Alarm im Darm!
Dr. Willmar Schwabe

Warum unsere Art zu leben Magen und Darm in Aufruhr bringt

Warum unsere Art zu leben Magen und Darm in Aufruhr bringt
Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG

Anna-Maria liegt zuhause auf der Couch, leidend. Sie ist nicht auf der Geburtstagsfeier ihrer besten Freundin. Obwohl das doch ein runder Geburtstag ist und sie sich schon seit Wochen so auf dieses Fest gefreut hat. Endlich mal wieder entspannen, gut gelaunte Menschen um sich haben, mit Freunden quatschen, die man lange nicht gesehen hat, einfach feiern.

Zuvor wochenlanger Stress im Büro, ein Marathon an privaten und geschäftlichen Terminen, die ihr maximal Zeit für einen ungesunden Snack zwischendurch ließen, und dann auch noch der Ärger mit ihrem Chef. Eigentlich hätte sie sich diese Feier doch wirklich verdient.  Doch ihr Darm macht ihr wieder einmal einen Strich durch die Rechnung. Wie schon unzählige Male zuvor. Wann ging das eigentlich los? Genau kann sie sich gar nicht mehr erinnern. Da war doch dieser Reisedurchfall, Montezumas Rache, nach ihrem Mexikoaufenthalt. Die Beschwerden ist sie danach nie wieder richtig losgeworden. Auch diverse Arztbesuche hatten nichts gebracht. Immer wieder der gleiche Satz: „Wir können keine Ursache für Ihre Beschwerden finden!“ Anna-Maria: Ein typischer Fall funktioneller Verdauungsstörungen.

Was sind funktionelle Verdauunsstörungen?

Blähungen, Völlegefühl, chronische Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall und Stuhlunregelmäßigkeiten sind häufige Symptome in der allgemeinärztlichen und gastroenterologischen Praxis. Bei circa 50 % der Betroffenen lassen sich in der Diagnostik keine Befunde nachweisen, die die Beschwerden ausreichend erklären. Es handelt sich somit um funktionelle Magen-Darm-Beschwerden. Dies ist eine sehr häufige Erkrankung. Man schätzt, dass etwa 30 % der Bundesbürger daran leiden, wobei die Mehrzahl der Betroffenen allerdings keine ärztliche Hilfe in Anspruch nimmt. Funktionelle Verdauungsstörungen sind für die Patienten zwar nicht gefährlich, die Lebenserwartung nicht geringer, der Leidensdruck und die Einschränkung der Lebensqualität im Alltag können jedoch hoch sein. Menschen mit dieser Erkrankung sind häufiger krankgeschrieben und sie verzichten immer wieder auf Restaurantbesuche oder gar Urlaube. Trotz allem wird das Krankheitsbild oft nicht ernst genommen und die Patienten als eingebildete Kranke abgestempelt.

Symptome und Ursachen funktioneller Verdauungsstörungen

Funktionelle Magen-Darm-Beschwerden werden in Subgruppen unterteilt, am wichtigsten sind das Reizmagen- und Reizdarmsyndrom. Viele Patienten zeigen jedoch Beschwerden aus beiden Krankheitsbildern, die Unterscheidung ist daher nicht immer sinnvoll. Die typischen Symptome bei gastrointestinalen Funktionsstörungen sind: Blähungen, Völlegefühl, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung, Aufstoßen, Übelkeit und Appetitlosigkeit. Als mögliche Ursachen bzw. Auslöser werden Unverträglichkeiten, eine erbliche Disposition, abgelaufene Magen-Darm-Infekte, bestimmte Nahrungsmittel, Stress und Überlastung diskutiert. Dies kann einerseits in Motilitätsstörungen (die Darmmuskulatur bewegt sich zu stark, zu schwach oder unkoordiniert), andererseits in einer übersteigerten Empfindlichkeit und Schmerzwahrnehmung im Magen-Darm-Trakt münden.

Warum sind funktionelle Verdauungsstörungen heutzutage so häufig

Viele Betroffene berichten, dass die Symptome der Erkrankung sich durch Stress verschlimmern. Durch bestimmte Situationen, Gefühle und Gedanken können Bauchschmerzen, Blähbauch, Verstopfung oder Durchfall zu- oder abnehmen. Konflikte in Familie und Partnerschaft, Stau auf dem Weg zu einem wichtigen Termin, Prüfungen, Bewerbungsgespräche, Zeitdruck, unbezahlte Rechnungen, das alles sind Faktoren, auf die wir mit Stress reagieren. Und solchen Situationen sind wir heutzutage immer häufiger ausgesetzt. Es besteht also offensichtlich ein direkter Zusammenhang zwischen funktionellen Verdauungsstörungen und psychischem Wohlbefinden. Hintergrund: Unser gesamter Magen-Darm-Bereich ist von einem dichten Geflecht an Nervensträngen umgeben, das als „Bauchhirn“ bezeichnet wird. Das zentrale Nervensystem und dieses Bauchhirn stehen in einem ständigen und engen Austausch miteinander und beeinflussen sich stark.

Aber auch unsere modernen Essgewohnheiten tragen das ihre dazu bei. Essen unter Zeitdruck, Fastfood, Fertiggerichte mit vielen Zusatzstoffen, das alles belastet unser Verdauungssystem. Auch wer sich vermeintlich besonders gesund ernährt, tut sich damit unter Umständen keinen Gefallen. Sehr einseitiges Essen, wie beispielsweise eine streng vegane Ernährung oder die sogenannte Paleo-Diät sowie auch ein besonders hoher Anteil an Ballaststoffen in der Nahrung können für prädisponierte Personen zum Problem werden.

In unserer modernen Welt kommen Bewegungsmangel, Reizüberflutung und Umweltbelastungen (Gifte, Luftverschmutzung, Lärm) noch hinzu.

Die Therapie funktioneller Verdauungsstörungen

Die Basistherapie besteht aus einem ausführlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient. Wichtig ist, dass der Arzt den Patienten und seine Beschwerden ernst nimmt. Realistische Therapieziele sind eine Verbesserung der Lebensqualität und eine Symptomreduktion, nicht jedoch komplette Beschwerdefreiheit.

Die weiterführende Therapie umfasst eine Auswahl individueller Maßnahmen wie moderate körperliche Bewegung, eine Ernährungsumstellung, Entspannungsmethoden, psychotherapeutische Verfahren und eine medikamentöse Therapie.

Um Nahrungsmittel zu identifizieren, die Beschwerden verursachen, kann nach Ausschluss von Unverträglichkeiten (z. B. Laktose, Fruktose, Sorbitol, Gluten, Histamin) ein Ernährungstagebuch große Hilfe leisten. Diäten sollten allerdings nur dann dauerhaft eingehalten werden, wenn die Symptome dadurch eindeutig vermindert werden. Allgemeine Tipps zum Thema Ernährung sind für betroffene Patienten:

•    Besser mehrere kleine als drei große Mahlzeiten (weniger Belastung für Magen und Darm)
•    Regelmäßig essen, sich Zeit für die Mahlzeiten nehmen
•    Gründlich und langsam kauen, um nicht unnötig Luft zu schlucken
•    Blähende Lebensmittel (z. B. Kohl, Hülsenfrüchte, Zwiebeln) meiden
•    Vorsicht bei sehr scharfen, sauren und fetten Speisen
•    Auf Alkohol, Kaffee und Getränke mit Kohlensäure verzichten
•    Viel Wasser, Kräuter- und Früchtetee trinken (nicht zu kalt)
•    Ausgewogene Lebensmittelauswahl mit viel Obst und Gemüse
•    Je nach Einzelfall hilft es, FODMAPs1 in der Ernährung zu reduzieren

Manchen Patienten helfen auch Entspannungsübungen, wie Yoga oder autogenes Training oder andere psychotherapeutische Verfahren.

Eine wichtige Säule in der Behandlung funktioneller Magen-Darm-Störungen ist die medikamentöse Therapie. Diese erfolgt stark symptomorientiert, nach der Devise: „Welches Symptom möchte der Patient zuerst loswerden?“.

Eine besonders breit gefächerte Wirkung zeigen pflanzliche Arzneimittel, da sie durch ihr Multitarget-Prinzip mehrere Beschwerdekomplexe gleichzeitig in den Fokus nehmen. Zu diesen Phytopharmaka gehört auch Carmenthin® bei Verdauungsstörungen (rezeptfrei in der Apotheke), eine hochdosierte Wirkstoffkombination aus den ätherischen Ölen der Pfefferminze und des Kümmels. Um die Menge an ätherischen Ölen zu sich zu nehmen, die in 2 Kapseln, der Tagesdosis stecken, müsste man 73 Tassen (11 Liter) Pfefferminz-Kümmeltee trinken. Die Kombi, die in einer Spezialkapsel verpackt ist, lindert schmerzhafte Krämpfe im Bereich des Magen-Darm-Traktes. Die magensaftresistente Kapsel löst sich erst im Darm auf und wirkt somit dort gegen Beschwerden, wo sie entstehen.

Viele Wirkmechanismen sind mittlerweile schon aufgeklärt. Pfefferminzöl bindet an die Kälterezeptoren des Darmes, der kühlende Effekt löst eine schmerzlindernde Wirkung aus. Außerdem bringt es die gestörte Darmbewegung wieder in Takt, indem es über eine Blockade der Kalzium-Kanäle als potenter lokaler Krampflöser wirkt. Das in Carmenthin enthaltene Kümmelöl beruhigt insbesondere die Nerven des Verdauungstraktes und reduziert Blähungen. Durch den synergistischen Effekt der Wirkstoffkombination kommen durcheinander geratene Magen-Darm-Funktionen wieder ins Gleichgewicht.

Die positiven Effekte des Phytopharmakons werden durch wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt. Die Behandlung verbesserte bei funktionellen Magen-Darm-Störungen typische Beschwerden wie Blähungen, Völlegefühl, Schmerzen und Krämpfe im Placebovergleich signifikant und dies bei guter Verträglichkeit.2 Auch die Lebensqualität der Studienteilnehmer in der  Carmenthin-Gruppe verbesserte sich stärker als bei denjenigen Patienten, die Placebo einnahmen. Eine weitere Untersuchung zeigte, dass sich bei etwa 70 % der Carmenthin-Anwender die Beschwerden schon nach einer Woche deutlich gebessert hatten.3 Neben der hohen Wirksamkeit spricht aber auch die Verträglichkeit für die Kombination aus Pfefferminz- und Kümmelöl – eine wesentliche Voraussetzung gerade für die Langzeiteinnahme.4

April 2018
Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG


Quellen

1FODMAP = „Fermentable Oligo-, Di- and Monosaccharides And Polyols“ (englisch) = Gruppe von Kohlenhydraten, die in vielen Nahrungsmitteln vorkommen und vom Dünndarm nur schlecht resorbiert werden

2Rich G et al. (2017). A randomized placebo-controlled trial on the effects of Menthacarin, a proprietary peppermint- and caraway-oil-preparation, on symptoms and quality of life in patients with functional dyspepsia.Neurogastroenterol Motil. 2017 Jul 10. doi: 10.1111/nmo.13132.

3Noe S et al. (2016). Eine offene, multizentrische, apothekenbasierte, prospektive Kohortenstudie mit Menthacarin bei funktionellen gastrointestinalen Beschwerden. Internist 57, (Suppl. 1), S42-S42.

4Madisch A et al. (2015). Sicherheit und Verträglichkeit einer Pfefferminzöl/Kümmelöl-Kombination bei funktionellen gastrointestinalen Beschwerden - ein systematischer Review. Internist 56, (Suppl. 1), 28-28.