Vorteile bei der Detektion von Lebertumoren

Vorteile bei der Detektion von Lebertumoren
Dr. Britta Wilms präsentierte die Studien

Prof. Bleck erläutert, welche Fragen die Kontrastmittel-Sonographie beantwortet. Der CEUS gehört inzwischen in allen zentralen sonographischen Einrichtungen zu den Routineverfahren, sagt Prof. Dr. Jörg Bleck, Chefarzt der Abteilung Ultraschalldiagnostik des Johanniter Krankenhauses Stendal. 

Der Aufwand für den Kontrastverstärkten Ultraschall (CEUS) limitiert jedoch mitunter eine breitere Anwendung (Ultraschall-Gerät der DEGUM II-III Klasse, Untersuchererfahrung, KM-Kosten, Braunüle, Zeitfaktor). Die jetzt angewandten Echokontrastmittel sind relativ stabil im Schallfeld und erlauben eine kontinuierliche Beobachtung des An- und Abflutungsverhaltens über mehrere Minuten bei einer extrem hohen Ortsauflösung.

Nur ein Kontrastmittel

Das einzige in Deutschland zugelassene Abdomen-Kontrastmittel ist Sonovue, ein eingekapseltes Schwefelhexafluorid (SF6) mit einer Hüllmembran aus Phospholipiden und Palmitinsäure. Für Lebertumoren ist wie im CT und MRT eine Unterteilung in ein arterielles, portales und Spätphasen-Zeitintervall mit Kinetiken möglich. An- und Abflutungszeiten sowie die Form der Kontrastmittelanreicherung ergeben ein charakteristisches Verhalten für Adenome, fokal noduläre Hyperplasien und Hämangiome. 

Hämangiom mit isoechoigem Muster (links oben) nach Gabe von einer halben Ampulle Sonovue: Das Hämagiom füllt sich charakteristisch irisblendenartig vom Rand her auf.

Hämangiom mit isoechoigem Muster (links oben) nach Gabe von einer halben Ampulle Sonovue: Das Hämagiom füllt sich charakteristisch irisblendenartig vom Rand her auf.

Malignome fluten arteriell unterschiedlich an und waschen in der Spätphase aus. Während Metastasen gut detektierbar sind, zeigen lebereigene Malignome wie HCC, CCC und Gallenwegstumoren die gleichen Klassifikationsprobleme wie im CT und MRT. Der kontrastverstärkte Ultraschall ergibt vergleichbare bis bessere Resultate in der Detektion und Klassifikation von Lebertumoren insbesondere für Tumoren < 1 cm. Benigne Leber-, Nieren- und Pankreaszysten zeigen im CEUS keine Perfu¬sion, so dass hier eine Erkennung komplizierter Zysten möglich ist. 

CEUS ist trotz einiger Kontraindikationen (Allergie, Myokardinfarkt und instabile Angina Pectoris sowie hochgradige Herzinsuffizienz) gut verträglich. Auch Nekrosen (z. B. Pankreas) und Infarkte (z. B. Milz und Niere) aller parenchymatösen Organe sind einfach detektierbar. Die Tumorklassifikation im Bereich von Milz, Niere, Bauchspeicheldrüse sowie Schilddrüse wird noch evaluiert, hat aber noch nicht den Stellenwert wie bei Lebertumoren. In der Beurteilung der Therapieeffektivität von systemisch oder lokoregional behandelten Lebertumoren ist CEUS ein festes, nicht strahlenbelastendes Kontrollwerkzeug geworden. 

Zusammenfassend kann gesagt werden, das die Tumordetektion und Klassifikation durch Echokontrastmittel im Bereich der Leber für die Diagnose von Adenomen, fokal nodulären Hyperplasien und Hämangiomen, Nekrosen, Infarkten sowie für die Detektion von Malignomen vergleichbar ist mit dem KM-CT.