Über vier Millionen Wissenschaftler nutzen die Online-Plattform

Über vier Millionen Wissenschaftler nutzen die Online-Plattform

Auf ResearchGate können Wissenschaftler Forschungsarbeiten veröffentlichen und andere Publikationen einsehen. Heute nutzen mehr als vier Millionen Wissenschaftler aus aller Welt das Angebot.

ResearchGate wurde 2008 von den promovierten Medizinern Ijad Madisch und Sören Hofmayer sowie dem Informatiker Horst Fickenscher gegründet. Die Plattform funktioniert wie zahlreiche andere Netzwerke auch: Wer Mitglied werden will, füllt ein Nutzerprofil aus, gibt seine Interessen an und vernetzt sich mit anderen Mitgliedern. Der Unterschied: Hier tummeln sich inzwischen über vier Millionen Wissenschaftler zum Austausch über ihre jeweiligen Fachgebiete.

Die Plattform erlaubt den Zugriff auf über 50 Millionen Abstracts und gut elf Millionen Volltexte, bei Interesse können Texte direkt beim Verfasser angefragt werden. Jeder kann auf der Plattform zu verschiedenen Themen Fragen stellen und um Antworten aus der Community bitten.


Ein Konzept, das mittlerweile hochkarätige Investoren angelockt hat. Neben Microsoft-Gründer Bill Gates haben auch namhafte Investoren wie Matt Cohler, der an der Gründung des Job-Netzwerks LinkedIn beteiligt war, rund 35 Millionen US-Dollar in das Unternehmen gesteckt. Eine Mitgliedschaft bei ResearchGate ist kostenlos, Einkünfte erzielt das Unternehmen durch eine umfangreiche Jobbörse.
Mitgründer Dr. Ijad Madisch ist Arzt, studierte an der Medizinischen Hochschule Hannover und an der Universität in Harvard, schrieb seine Doktorarbeit in der Virologie und studierte nebenbei Computerwissenschaften. Beim 120. Internistenkongress stellte er sein Online-Netzwerk im Rahmen des Forums „Chances“ jungen Medizinern vor.

Zauberwort Kommunikation

Im Diskussionsbereich von Re‧searchGate wird offen und transparent diskutiert. „Das Stichwort heißt Open Science – wir müssen in der Wissenschaft noch viel offener werden“, erklärte Madisch. ResearchGate liefert den Anstoß und die Möglichkeit. Hier werden alle Daten gesammelt und vom System eigenständig sortiert. Nicht nur erfolgreiche Studien mit handfesten Ergebnissen werden publiziert, sondern auch abgebrochene, gescheiterte Experimente.

Durch das Zurverfügungstellen dieser großen Menge an Daten habe es schon einige Erfolgserlebnisse gegeben. „Wir führen immer wieder Wissenschaftler aus verschiedenen Bereichen zusammen, die dann gemeinsam Lösungen finden“, sagte Madisch. Der Datenpool, auf den ResearchGate-Mitglieder zugreifen können, ist dabei riesengroß. Alle zwei Wochen kommen rund zwei Millionen Veröffentlichungen hinzu. „Wir haben genug Daten, müssen sie aber noch besser strukturieren“, sagte Madisch.

Außerdem müsse auch ResearchGate selbst dafür sorgen, die Daten nicht nur anzubieten, sondern den Austausch weiter anzuregen. Daher finden angemeldete Wissenschaftler – die Anmeldung ist übrigens nur mit einer offiziellen Instituts-Mailadresse möglich – nicht nur durch die eigene Suche interessante Verknüpfungen. Wie bei einer Partnerbörse schlägt das System jedem User andere Forscher oder Studien vor, die thematisch zusammenpassen. (SC)