Zusammenhang mit Dickdarmkrebsvorsorge

Stiftung Lebensblicke: Fokus auf kleinen vorgewölbten Polypen

Stiftung Lebensblicke: Fokus auf kleinen vorgewölbten Polypen

Mit immer besserer Technik werden immer mehr vor allem kleinere Polypen während der Vorsorgekoloskopie gefunden. Da diese Menschen mit Adenomnachweis der Adenomnachsorge zugeführt werden, stellt sich die Frage der Überdiagnostik.

Im Rahmen eines von der Stiftung Lebensblicke initiierten Experten-Workshops haben verschiedene Vertreter der Gastroenterologie und Pathologie diese Diskussion angenommen und zur Frage der Notwendigkeit der Detektion und Entfernung von kleinen vorgewölbten Adenomen Stellung bezogen.

Die Adenom-Detektionsrate (ADR) ist das Maß, das angibt, in welchem Anteil bei Menschen, die sich einer Vorsorgekoloskopie unterziehen, eine Adenom gefunden wird. Diese Maß sollte zukünftig – so eine These der Expertengruppe – als Qualitätsmaß herangezogen werden. Ein solcher Qualitätsindikator unterstreicht die Wichtigkeit der präzisen Indexendoskopie, die dann auch erlaubt, bei bestimmten Risikosituationen die notwendigen Nachsorgekoloskopien in nur zwei Nachsorgeschemata zu unterteilen.

Die Experten sind sich einig, dass zur Zeit die sogenannte Resect and Discard-Strategie, also das Abtragen kleiner Polypen, diese aber nicht einer feingeweblichen Untersuchungen zuzuführen, nicht ausreichend wissenschaftlich untersucht ist. Dafür schlägt die Gruppe vor, zukünftig sozusagen in Registerdaten, die Übereinstimmung von endoskopischer Einschätzung der kleinen Polypen und tatsächlichem histologischen Befund zu erfassen, um eine abschließende Bewertung zu erreichen. Mit der von der Stiftung Lebensblicke angeregten Diskussion soll in Angesicht des in Zukunft umzusetzenden Einladungsverfahrens zur Dickdarmkrebsvorsorge ein Expertenkonsens geschaffen werden, der vor allem auch bei der politischen Umsetzung Beachtung finden könnte.

Die Stiftung Lebensblicke setzt sich seit 1998 für umfassende Information der Bevölkerung über die Möglichkeiten der Darmkrebsprävention ein. Der Vorstandsvorsitzende, Professor Riemann, auf dessen Initiative die Gründung der Stiftung zurückgeht, hat in den letzten beiden Jahren auch zahlreiche Workshops initiiert, die sich mit dem Erfolg der Dickdarmkrebsvorsorge (Braunschweiger Manifest), den Möglichkeiten der Primärprävention  (Frankfurter Erklärung), der Zielgruppenspezifischen Aufklärung der Bevölkerung (Mannheimer Erklärung), aber auch mit der Tertiärprävention und dem Thema Leben nach und mit Krebs auseinandersetzt (Heidelberger Erklärung- Leben nach Krebs).

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