Kompetente Betreuung im häuslichen Umfeld

Schnittstelle Internist und Palliativmediziner

Schnittstelle Internist und Palliativmediziner
Dr. med. Udo Kratel Foto: Pixa

Die Palliativmedizin als eine der jüngsten bundesdeutschen Medizin-Disziplinen (Zusatzweiterbildung erst seit 2006) hat in Deutschland während der letzten 15-20 Jahre eine hochdynamische Entwicklung genommen, die ganz wesentlich – und dies bis heute - von Internisten geprägt und getragen wurde.

Als Querschnittsfach integriert sie jedoch zugleich zahlreiche andere Facharztbereiche, wie zum Beispiel Hämato-Onkologie, Anästhesie /Schmerzmedizin, Allgemeinmedizin, Strahlentherapie, Neurologie uvm.

Eines der Hauptcharakteristika ist zudem die Vernetzung mit nichtärztlichen Berufsgruppen Palliative Care-Pflegediensten,  ambulanten Hospizbewegungen, Psycho-Onkologen, Physiotherapeuten, Seelsorgern, spezialisierten Apothekern sowie vielen anderen Leistungserbringern, mit denen sog. multiprofessionelle und interdisziplinäre Teams aufgebaut wurden.

Nachdem  im SGB V im Jahre 2007 ein Anspruch auf die Spezialisierte ambulante Palliativ-Versorgung (SAPV) gesetzlich verankert wurde, bildeten sich unter maßgeblichem Einfluss und engagiertem Einsatz hausärztlicher Internisten bundesweit über 220 Palliative Care Teams (PCT), die sich die kompetente und empathische Betreuung von Schwerstkranken und Sterbenden im häuslichen Umfeld zum Ziel gesetzt haben.

Neben der SAPV erscheint jedoch auch die Etablierung einer palliativen Basisbetreuung auf der Hausarztebene im Sinne einer allgemeinen ambulanten Palliativ-Versorgung (AAPV) notwendig, da in diesem Segment 80 bis 90 Prozent der Schwerstkranken zu betreuen sind. Hier fällt insbesondere den umfassend ausgebildeten hausärztlichen Internisten eine Schlüsselrolle zu, die im Rahmen eines „ganzheitlichen Betreuungskonzeptes“ ihr internistisches Fachwissen, ihre hospizlich-palliative Haltung  und ihre erlernten „Skills“ wie zum Beispiel Punktionstechniken in das Palliativ-Spektrum einbringen können.