Regelmäßiger Pistazien-Verzehr hilft Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2

Regelmäßiger Pistazien-Verzehr hilft Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2
Dieter Schütz (Pixelio.de)

Neue Studie mit Stress-Tests aus dem "Journal of American Heart Association": Regelmäßiger Pistazien-Verzehr kann Herzgesundheit von Diabetes Typ 2 Patienten verbessern.

Eine ausgewogene Ernährung mit Pistazien empfiehlt sich für Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2. Dies geht aus einer neuen Studie der Pennsylvania State University hervor, die jetzt im "Journal of the American Heart Association" veröffentlicht wurde.

An der randomisierten, klinisch kontrollierten Studie nahmen Erwachsene mit einem gut eingestellten Diabetes Typ 2 und gutem Allgemeinzustand teil. Die Teilnehmer, die eine Pistazien-Diät bekamen, zeigten eine positivere Reaktion bei Stress-Tests als die Vergleichsgruppe, der eine fettreduzierte Diät verabreicht wurde. Die ausgewogene Diät mit zwei Portionen Pistazien pro Tag reduzierte signifikant den peripheren Gefäßwiderstand, verbesserte die Herzfrequenz-Variabilität und reduzierte den systolischen Blutdruck.

Dr. Sheila G. West, Studienleiterin und Professorin der Biobehavioral Health and Nutrition Sciences an der Pennsylvania State University, und ihre Kollegen berichteten über ähnlich positive Ergebnisse in einer Studie von Erwachsenen mit erhöhtem LDL-Cholesterin und Stress, die vor zwei Jahren veröffentlicht wurde.

Insbesondere  hat sich herausgestellt, dass Pistazien, egal, ob gesalzen oder ungesalzen, zu einer Herz gesunden Ernährung bei Hochrisikogruppen beitragen. Pistazien enthalten gesunde Fette, Ballaststoffe, Kalium und Magnesium.

"Pistazien-Diät": Studie der Pennsylvania State University

In dieser Studie der Pennsylvania State University bestanden die getesteten Diäten aus einer fettarmen Diät mit kohlenhydratreichen Snacks (27 Prozent Fett und 7 Prozent gesättigte Fettsäuren), und einer Diät mit moderatem Fettanteil (33 Prozent Fett und 7 Prozent gesättigte Fettsäuren), welche 85,05 Gramm oder 20 Prozent des gesamten Kalorienanteils an Pistazien enthielt. Die Portionen bestand zu  gleichen Teilen aus gesalzen und ungesalzenen Nüssen. Alle Mahlzeiten wurden den 30 Teilnehmern verabreicht, die je zur Hälfte aus Männern und Frauen im Alter von 40-74 Jahren bestanden. Die Kalorienzufuhr der Probanden wurde nach der Harris-Benedict-Gleichung ausgerichtet,  so dass Kalorien und Körpergewicht sich während der gesamten Studie nicht änderten.

Eine zweiwöchige Vorbereitungsphase, die auf einer typischen westlichen Ernährung basierte, ging der ersten Testphase voraus.

Mindestens zwei Wochen vor Beginn der Studie setzten alle Teilnehmer Nahrungsergänzungsmittel ab. Danach wurde die Test-Diät vier Wochen durchgeführt, unterbrochen von zwei Wochen Pause, bevor in die Kontrolldiät gewechselt wurde. Die Auswahl erfolgte randomisiert. Am Ende jeder Diät-Periode, die jeweils auch eine Vorbereitungsphase umfasste, wurden die Teilnehmer getestet.

Die Forscher maßen Blutdruck und peripheren Gefäßwiderstand, jeweils im Ruhezustand und während eines Stress-Tests. Beim Stress-Test wurde eine Hand für mehr als zwei Minuten in Eiswasser getaucht, während zugleich eine schwierige Matheaufgabe gelöst werden musste. "Nach der Pistazien-Diät  blieben die Blutgefäße entspannt und erweitert", sagte Dr. West. "Die Pistazien-Diät reduziert Reaktionen des Körpers auf Stress."

Wirksame Intervention bei Personen mit Typ-2-Diabetes

Nach der Pistazien-Diät blieb der systolische Blutdruck 24 Stunden signifikant niedriger als bei der Kontrolldiät, die größte Reduktion wurde während des Schlafs beobachtet. Dazu  Dr. Kathryn Sauder, die Messungen durchgeführte: "Dieses Ergebnis war wichtig, weil bei Menschen, die kein Absinken des Blutdrucks während des Schlafs anzeigen, kardiovaskuläre Probleme auftreten könnten."

Dr. West betont: "Eine Diät mit moderatem Fettanteil und mit Pistazien kann eine wirksame Intervention sein, das kardiovaskuläre Risiko bei Personen mit Typ-2-Diabetes zu reduzieren." Trotz Fettleibigkeit und einer Diabetes-Diagnose hatten die Teilnehmer einen normalen Blutdruck und nur moderate Fettstoffwechselstörungen.

Allerdings ist selbst bei relativ gesunden Diabetikern Raum für Verbesserungen. Die Ergebnisse dieser Studie legen nahe, dass eine gesunde Ernährung mit Pistazien die Schutzwirkungen von Medikamenten für Menschen mit Typ-2-Diabetes erhöhen kann.

Die Forscher schlagen vor, weitere Studien mit mehr Probanden durchzuführen, und  den Blutdruck sowie Wirksamkeit von Pistazienkonsum auf kardiovaskuläre Risikofaktoren im Alltag testen.

Gesündere Ernährung statt immer mehr Medikamente

"Insgesamt wäre es wünschenswert, wenn die Gesellschaft wieder mehr zu einer optimierten Lebensweise und gesunden Ernährung wechseln würde anstatt zu immer noch mehr Medikamenten zu greifen" sagt Dr. Ursula Hildebrandt, Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin Abteilung für präventive und rehabilitative Sport- und Leistungsmedizin an der Deutschen Sporthochschule Köln.

Die Studie wurde mit Unterstützung der American Pistachio Growers, Fresno, Kalifornien, und des National Institutes of Health-Supported Clinical Resaerch Center, Pennsylvania State University, durchgeführt.

Sauder KA, McCrea CE, Ulbrecht JS, Kris-Etherton PM, West SG. 

Pistachio consumption modifies systemic hemodynamics, increases heart rate variability, and reduces ambulatory blood pressure in type 2 diabetes. Journal of the American Heart Association. 2014;3:e000873; originally published June 30, 2014; doi:10.1161/JAHA.114.000873

West, SG, Gebauer SK, Kay CD, Bagshaw DM, Savastano DM, Diefenbach C, Kris-Etherton PM. Diets containing pistachios reduce systolic blood pressure and peripheral vascular responses to stress in adults with dyslipidemia. Hypertension. 2012:60(1):58-63.