E-Zigarette: Therapieoption oder Einstiegsdroge?

Rauchen und die Folgen

Rauchen und die Folgen
©Reinhart

Ist die E-Zigarette geeignet, um Menschen das Rauchen abzugewöhnen, oder verführt sie eher als Einstiegsdroge dazu, mit dem gefährlichen Laster anzufangen?

Laut neueren Daten verkürzt das Rauchen das Leben um neun bis elf Jahre; daher lohne sich das Aufhören immer, sagte Prof. Dr. Wolfram Windisch (Foto, l.), Köln: „Rauchen ist so gefährlich, dass man eigentlich alles andere erlauben müsste, um die Menschen vom Rauchen abzuhalten.“ Studiendaten aus Großbritannien zeigen, dass das Ausprobieren der E-Zigarette zwar stattfindet, dass allerdings diejenigen, die bis vor dieser Erfahrung nicht rauchen, nach dem initialen Gebrauch des elektrischen Substituts zur Zigarette dieses doch nicht weiter nutzen.

Raucher steigen um

Regelmäßige Raucher steigen allerdings häufig auf die E-Zigarette um, da sie sich der Gefahr der Inhaltsstoffe der normalen Zigaretten bewusst sind. Mittlerweile sei die E-Zigarette das am häufigsten verwendete Tool zur Rauchentwöhnung; aufgrund der gleichen Handhabung, an die Raucher gewöhnt sind, findet sie mehr Zuspruch als die Nikotin-Ersatztherapie mit Pflastern und Kaugummis.

Prof. Dr. Stefan Andreas (Foto, r.), Immenhausen, wies zunächst auf den gefährlichen Trend bei Jugendlichen hin, vermehrt E-Zigaretten und Shishas zu nutzen. Andreas wiedersprach den von Windisch genannten Daten bezüglich der Folgeabhängigkeit nach E-Zigaretten-Konsum, 80 Prozent rauchten weiter E-Zigarette.

Nikotin: Direkte Wirkung

Die E-Zigarette sei deshalb beliebter als die Optionen der Nikotin-Ersatztherapie, weil das Nikotin schneller im Gehirn ankomme und somit eine schnellere Wirkung, gefühlte Stressminderung und Befriedigung bewirke als Pflaster oder Kaugummis. „Wer die E-Zigarette als Einstieg nutzt, hat später eine 3,8-fach erhöhte Wahrscheinlichkeit, tatsächlich mit dem Rauchen zu beginnen“, sagte Andreas. Die eingeatmeten Partikel seien bei der E-Zigarette zum Teil noch kleiner als bei herkömmlichen Zigaretten. Mithilfe einer Bronchoskopie könne man ein entzündetes Bronchialsystem feststellen, die Liquids seien intrazellulär nachweisbar. Im schlimmsten Fall führe die E-Zigarette genau wie normale Zigaretten zu einer akuten Zellschädigung, Inflammation, COPD, Lungenkarzinomen oder einer Lungenfibrose. Damit begründete Andreas seine Contra-Position, die E-Zigarette als Mittel zur Rauchentwöhnung aktiv zu empfehlen und zu verordnen.