Pumphilfe statt Transplantation

Pumphilfe statt Transplantation
Prof. Dr. Gerd Hasenfuß

Die Zahl der Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz steigt. Grund ist die Abnahme der Infarktsterblichkeit. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Spenderorgane ab. Die Hoffnungen ruhen auf Herzunterstützungssystemen, die Prof. Dr. Gerd Hasenfuß in Wiesbaden vorstellte.

Um mehr als 70 Prozent ist die Fallzahl der Krankenhauspatienten mit chronischer Herzinsuffizienz gestiegen. Zugleich hat die Organknappheit  für einen Rückgang der Transplantationsrate zwischen 1995 und heute um 45 Prozent gesorgt. „Das ist sicherlich der Grund für qualitativ dramatisch gute Weiterentwicklung der Kunstherzen“, wie Hasenfuß betont. Was derzeit zur Verfügung stehe, sei das Ergebnis allerhöchster Ingenieurskunst.

An die Stelle eines totalen Herzersatzes seien hochminiaturisierte Herzunterstützungspumpen getreten, die – nicht größer als eine AA-Batterie – komplett implantiert werden. Und auch das derzeit noch notwendige Verbindungskabel aus dem Bauchraum zu einer externen Batterie sei perspektivisch sicher überflüssig. Diese Systeme stünden perspektivisch nicht mehr nur zur Überbrückung bis zur Herztransplantation, sondern immer mehr auch als definitive Versorgung zur Verfügung.

Hasenfuß verwies auf eine notwendige begleitende Betreuung dieser Patienten. Psychische Aspekte, bedingt durch die Abhängigkeit der Patienten von einer Maschine,  spielten dabei eine bedeutende Rolle.  So brauche man eine psychische Betreuung, um die Angst vor Komplikationen und einem Geräteversagen zu begleiten.

Die medizinische Versorgung dieser Patienten, so betonte der Kardiologe, sei eine breit internistische  – neben  den Kardiologen sind Experten für Begleiterkrankungen wie COPD, Diabetes etc. gefragt.