Deutsche Fibromyalgie Vereinigung (DFV) e.V.

Patientengespräch Fibromyalgie

Patientengespräch Fibromyalgie
DFV

Das Fibromyalgiesyndrom (FMS) ist für Patienten und Ärzte eine problematische Erkrankung. Auch die 2017 aktualisierte S3-Leitlinie nennt keine konkreten Modelle zu Ätiologie und Pathophysiologie, die sich als anschaulicher Einstieg für das erläuternde Patientengespräch anbieten. Es bleibt vor diesem Hintergrund eine besondere Herausforderung, FMS-Patienten zu vermitteln, dass sie nicht auf Heilung hoffen dürfen und auch die Linderung ihrer Leiden nicht garantiert werden kann. Welche Bilder und Metaphern soll man nutzen, um die „anhaltende somatoforme Schmerzstörung“ als Wechselwirkung zwischen neuronaler Schmerzverarbeitung, gelernter Schmerzbewältigung, sozialen Ängsten und vegetativem Nervensystem zu erklären - ohne bei der Vereinfachung eine fehlerhafte Vorstellung zu fördern oder einer Psychiatrisierung Vorschub zu leisten? Die einzig erfolgversprechende Arzneimitteltherapie mit klassischen Anitdepressiva ist dabei keine Hilfe, sondern oftmals Anlass für weitere Skepsis.

Die Intensität der Belastung durch FMS lässt sich nicht durch Laborwerte oder physiologische Parameter messen. Ärzte sind auf die Schilderungen der Patienten angewiesen, die Basis ist gegenseitiges Vertrauen und Verständnis. Das gelingt nicht immer. Wer die Diagnose stets auf die Interpretation von Messwerten stützt, zweifelt womöglich an den Symptombeschreibungen des Patienten, wenn keine Abweichung vom Normalwert festzustellen ist. Dabei ist dies Kriterium für die Ausschlussdiagnose FMS.

Die Deutschen Fibromyalgie Vereinigung (DFV) e.V. möchte helfen, die Kommunikation zwischen Patienten und ihren Ärzten zu verbessern. Besonders wichtig ist der DFV dabei, die Perspektive der Patienten auf ihre Erkrankung zu erklären und deren besonderen Gesprächsbedürfnisse zu vermitteln. Dabei ist nicht die Gesprächsdauer, sondern vielmehr die Gesprächsqualität relevant. Gerade Betroffene erinnern sich oft nur an wenige, als wichtig hervorgehobene Aspekte. Andererseits wollen sie auch selbst zu Wort kommen und besonders Belastendes berichten. Wer die speziellen Anliegen der Patienten kennt, kann das Gespräch im Interesse beider Seiten straffen.

Mit der Broschüre „Patientengespräch Fibromyalgie“ hat die DFV ein neues Informationsformat entwickelt: Aktuelle Forschungsergebnisse zum FMS vereint mit Praxis-Empfehlungen für das Gespräch mit Patienten. Experten-Interviews lockern den informativen 70-Seiten-Text auf. Antworten auf häufig gestellte Patientenfragen zur Fibromyalgie und ein Diagnosebogen ergänzen die Texte. Ärzte, die Mitglieder der DFV behandeln, erhalten in den kommenden Wochen ihr Exemplar der Broschüre „Patientengespräch Fibromyalgie“ frei Haus von ihren Patienten.

Ansprechpartner im Auftrag der DFV:
Holger Westermann
memeconcept –Agentur für HealthCare Kommunikation
Sommerau 51
74081 Heilbronn
Tel. 07131 / 568717
h.westermann(at)memeconcept.de