Auszeichnungen für gastroenterologische Arbeiten

NorGA 2017 geht an zwei Preisträger

NorGA 2017 geht an zwei Preisträger
(V.l.n.r.): Prof. Dr. Peter Layer (Jurymitglied), Frau Dr. Ulrike von Arnim (Preisträgerin) und Christine Leben (Norgine) Norgine

Die beiden Gewinner stehen fest: Der diesjährige Norgine Gastro Award (NorGA) geht an Frau Dr. Ulrike von Arnim und Herrn Dr. Grischa Terheggen. Von Arnim ist tätig im Universitätsklinikum Magdeburg, und Terheggen arbeitet in der Gastro-Praxis Köln-Nord, dem Fachzentrum am Heilig-Geist-Krankenhaus.

Der in diesem Jahr zum achten Mal verliehene Preis wurde der Gewinnerin gestern im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im Vorfeld des Gastro Updates in Wiesbaden überreicht. Der Gewinner konnte leider an dieser Verleihung nicht teilnehmen und erhält seinen Preis separat. Mit ihren wegweisenden Forschungsarbeiten haben sich die beiden Preisträger um den mit insgesamt 10.000 Euro dotierten NorGA verdient gemacht.

Im Rahmen der ersten Studie widmeten sich von Arnim und ihr Team der eosinophilen Ösophagitis (EoE), die eine lokale, chronische, immunvermittelte Erkrankung des Ösophagus darstellt und mit Symptomen der ösophagealen Dysfunktion und dem histologischen Nachweis einer eosinophilen-prädominanten Entzündungsreaktion nach Ausschluss anderer systemischer oder lokaler Ursachen einhergeht.

Die EoE und die gastroösophageale Refluxerkrankung (GERD) präsentieren sich mit überlappender Symptomatik. Die klinische Herausforderung besteht darin, diese beiden Entitäten bereits vor der Ösphagogastroduodenoskopie (ÖGD) zu unterscheiden. Ziel ihrer Arbeit war es, den prognostischen Wert klinischer Symptome und Laborparameter bei Patienten mit EoE und GERD zu untersuchen. Es konnte gezeigt werden, dass zwei einfach anzuwendende 4-Markersets im Vorfeld der ÖGD beide Entitäten bereits unterscheiden können. Die Anwendung dieses Markermodells kann helfen, die Diagnose EoE früher zu stellen und somit eine verzögerte Therapieeinleitung zu verhindern.

Die Arbeitsgruppe rund um Terheggen aus dem Evangelischen Krankenhaus Düsseldorf hat sich im Rahmen ihrer prospektiv randomisierten Studie die Evaluation der Effektivität und Sicherheit der endoskopischen Submukosadissektion (ESD) und endoskopischen Mukosaresektion (EMR) bei frühen Barrettneoplasien (BN) bezüglich kompletter Resektion (R0), kompletter Remission (KR), Rezidiven von BN und Komplikationen als Ziel gesetzt.

40 Patienten mit BN wurden nach ESD (n=20) oder EMR (n=20) in zwei Gruppen ohne signifikanten Unterschied bezüglich Alter, Geschlecht, Länge des Barrettösophagus, Typ und Durchmesser der Läsion randomisiert. Die Histologie der Resektate ergab keine Neoplasie oder LGIN in 6, HGIN in 2 und AC in 22 Fällen. Obwohl mit ESD mehr R0-Resektionen erreicht wurden, konnte kein signifikanter Unterschied bezüglich KR nach 3 Monaten nachgewiesen werden. Zu schweren Komplikationen (Perforationen n=2) kam es nur nach ESD.

Beide Methoden sind sehr effektiv für die endoskopische Resektion früher BN. Die ESD ist der EMR für R0-Resektionen überlegen, daraus resultiert jedoch kein signifikanter Unterschied bezüglich kompletter Remission und Rezidivrate.

Karsten Sternberg, Geschäftsführer der Norgine GmbH, gratuliert den Preisträgern und lobt ihr besonderes Engagement: „Die gastroenterologische Forschung ist auch zukünftig für neue Therapie- und Diagnostikoptionen unerlässlich. Ich freue mich sehr, dass junge Forscher immer wieder motiviert sind, neue und innovative Therapien zu entwickeln zum Wohle der Patienten. Uns von der Norgine ist es wichtig, dieses besondere Engagement auch in diesem Jahr auszuzeichnen und die aktuell herausragenden Arbeiten zu prämieren.“

Eine Experten-Jury steht für ihren Fachbereich in jedem Jahr hier Pate und hat im Vorfeld des Gastro Updates 2017 diese beiden Arbeiten ausgewählt. Neben dem Preisgeld erhalten beide Gewinner die Möglichkeit, ihre ausgezeichneten Arbeiten beim Gastro Update 2017 vorzustellen.