Neue Studie: Impflücken bei Masern und Keuchhusten

Neue Studie: Impflücken bei Masern und Keuchhusten
Foto: RKI, Berlin

Eine Studie des Robert Koch-Instituts (RKI)1 zeigt: Bei den meisten empfohlenen Impfungen in Deutschland bestehen erhebliche Impflücken. Die Studie überprüfte den Impfstatus von 8152 Personen im Alter von 18 bis 79 Jahren.

Ergebnis: Die Durchimpfung gegen Keuchhusten liegt vor allem in den westlichen Bundesländern auf einem sehr niedrigen Niveau. Bei den Masern bestehen vor allem bei den 30– bis 39-Jährigen große Impflücken.

Großes Gesundheitsmonitoring

Die „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ (DEGS1) ist Teil eines umfassenden Gesundheitsmonitorings des RKI. Grundlage waren, wenn möglich, die im Impfpass dokumentierten Impfungen. Bei fehlendem Impfpass oder unvollständigen Impfdokumenten wurde der Impfstatus durch ein computerassistiertes persönliches Interview (CAPI) erhoben.

Es zeigten sich folgende Detail-Ergebnisse: Keuchhusten: Nur 12,5 Prozent der Teilnehmer waren ausreichend gegen Keuchhusten geschützt – 87,5 Prozent haben in den letzten zehn Jahren also keine Impfung erhalten. Hier gibt es deutliche Unterschiede zwischen Ost und West – in den östlichen Bundesländern lag die Durchimpfung bei über 20 Prozent und damit rund doppelt so hoch wie in den westlichen Bundesländern.


Unter Berücksichtigung der seit 2009 bestehenden Empfehlung, mit der nächstanstehenden Tetanus-Auffrischimpfung gleichzeitig gegen Pertussis zu impfen, erwarten die Autoren der Studie einen Anstieg der Durchimpfung in diesem Bereich.

Überzeugungsarbeit notwendig

Masern: Bei den 18- bis 29-Jährigen sind rund 80 Prozent mindestens einmal gegen Masern geimpft – aber bei den 30- bis 39-Jährigen sind es nur 46,7 Prozent. Das bedeutet: Mehr als die Hälfte aller Teilnehmer in dieser Altersgruppe ist nicht gegen Masern geschützt.

„Diese Daten zeigen, dass in Deutschland zum Teil erschreckende Impflücken bestehen“, sagt Dr. Jens Vollmar, Leiter Medizinischer Fachbereich Impfstoffe, Reise- und Tropenmedizin bei GlaxoSmithKline. „Vor allem der Keuchhusten-Schutz für Frauen im gebärfähigen Alter sollte dringend verbessert werden. Aber auch in Sachen Masern muss weiterhin viel Überzeugungsarbeit geleistet werden – gerade bei den Personengruppen, die besonders gefährdet sind.“


Quelle: 1) Poethko-Müller C, Schmitz R., Impfstatus von Erwachsenen in Deutschland Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1). Bundesgesundheitsblatt 2013; 56:845–857.