Echtzeit- MRT und moderne digitale Bildgebung

Neue Behandlungswege für Herzkranke

Neue Behandlungswege für Herzkranke
Dr. Joachim Lotz Reinhart

Das Herz: ein faszinierendes Organ – an Tag 21 nach Empfängnis fängt es an zu schlagen und es schlägt ein Leben lang. Für die medizinische Bildgebung ist es ein anspruchsvolles Organ, weil es immer schlägt, d. h. auch immer in Bewegung ist. Daher werden an die Geräte für die Herzbildgebung sehr hohe Ansprüche gestellt.

Diese sind laut Professor Dr. med. Joachim Lotz, Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle
Radiologie, Universitätsmedizin Göttingen: Sehr schnelle Bilddetektoren für die Katheterangiografie, sehr schneller Scanner in der Computertomografie, sehr schnelle Bildgebung in der MRT und Echokardiografie.


CT – ultraschnelle Maschinen der neuesten Generation – mit minimaler Strahlung höchste Auflösung bei geringen Bildstörungen: Es ist ein wichtiger Schritt für eine verlässliche Bildgebung, wenn die Indikation für einen Herzkatheter nicht klar ist oder wenn man wissen möchte, was einem beim Kathetern erwartet.


MRT: Enorme Fortschritte in der Geschwindigkeit erlauben es, das Herzgewebe auch bei unregelmäßigem Herzschlag abzubilden. Mit der Echtzeit-MRT ist das jetzt möglich: Ganz neue Qualitäten zum Beispiel bei der Flussmessung in Gefäßen, bei der Gewebebestimmung des Herzmuskels (Real-Time-T1-Mapping) – oder einfach verlässliche diagnostische Bilder bei sehr schwer kranken Patienten. All das gelang mit den bisherigen MRT-Verfahren nur unzuverlässig. Anspruchsvoll sind auch die Software-Tools, um die enormen Datenmengen der Echtzeit-MRT zu beherrschen.

Beide Verfahren helfen bei unseren immer älter werdenden Patienten: Sie sind nichtinvasiv und gut verträglich. Beide Verfahren rücken auch zusammen: Bislang wurde die Herz-CT vorwiegend für die Abbildung der Herzkranzgefäße verwendet und die MRT zur Diagnostik des Herzmuskels. Neue CTScanner erlauben es auch, teilweise den Herzmuskel direkt zu beurteilen. Beide Verfahren profitieren von der Digitalisierung der Medizin: Automatische, populationsbasierte Auswertealgorithmen versprechen in Zukunft die enormen Datenmengen der Bildgebung so aufzubereiten und zu analysieren, dass sie im engen zeitlichen Rahmen des klinischen Alltags noch handhabbar sind. Und sie gehen einher mit der Aussicht, dem Arzt wieder dafür Zeit zu geben, wofürer ausgebildet wurde: sich um seine Patienten zu kümmern.