Neue Behandlungsoption

Neue Behandlungsoption

Linaclotid bei Reizdarmsyndrom mit Obstipation. Das Reizdarmsyndrom (RDS) ist eine häufig auftretende, multifaktorielle, chronische Erkrankung, deren Prävalenz in Europa schätzungsweise bei 10–15% liegt. Man geht davon aus, dass bis zu 70% der Patienten mit RDS keine Diagnose haben.

Die Erkrankung bedeutet für Betroffene oftmals eine deutliche Einschränkung ihrer Lebensqualität. Das therapeutische Spektrum ist begrenzt, die Behandlung führt häufig nicht zur Symptomfreiheit, ein therapeutischer Gold-Standard existiert nicht.

Fortschritte im Verständnis der Pathophysiologie des RDS haben zur Formulierung der ersten deutschen S3-Leitlinie zum RDS unter Federführung DGVS und DGNM einschließlich einer neuen Definition des RDS geführt, bei der unter anderem Stuhlgangsveränderungen nicht mehr obligat sind.

Mit Linaclotid wurde der erste Vertreter einer neuen Wirkstoffklasse zur symptomatischen Behandlung des mittelschweren bis schweren Reizdarmsyndroms mit Obstipation (RDS-O) bei Erwachsenen zugelassen. Grundlage für die Zulassung des Guanylatzyklase-C-Rezeptor-Agonisten waren zwei randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte, multizentrische Phase-III-Studien mit insgesamt 1.604 Patienten mit RDS-O.

Patienten, die mit Linaclotid behandelt wurden, zeigten eine statistisch signifikante und klinisch relevante Verbesserung ihrer abdominellen Schmerzen, Blähungen und Obstipation. Die Wirkung trat innerhalb der ersten Woche ein und hielt über die gesamte Dauer der Studien an. Außerdem wurde eine signifikante Verbesserung der krankheitsspezifischen Lebensqualität beobachtet. Insgesamt war die Verträglichkeit in beiden Studien gut, die am häufigsten berichtete Nebenwirkung war eine größtenteils leichte bis mittelschwere Diarrhö bei weniger als 20% der Patienten.

Mit der Zulassung des einmal täglich, oral applizierbaren Linaclotids (ab Mai 2013 als Constella verfügbar) wird das Spektrum der bislang limitierten Therapieoptionen für die Behandlung von Patienten mit RDS-O erweitert.

Almirall-Symposium, Sonntag, 7.4., 12-13 Uhr (Saal 12, B/C): „Interdisziplinäres Patientenmanagement und Therapiestrategien beim Reizdarmsyndrom“.