Zeitnah und komplett abrechnen

Mehr Wirtschaftlichkeit für die Praxis

Mehr Wirtschaftlichkeit für die Praxis
büdingenmed

Die Zeiten, in denen Ärzte ihre Privatleistungen erst zum Quartalsende liquidierten, sind längst vorüber. Heute gilt: Wer seine Praxis wirtschaftlich führen will, sollte zeitnah und komplett abrechnen sowie die Zahlungseingänge konsequent überwachen. Auch für Patienten ist eine rechtzeitige Liquidation von Vorteil: Durch die bessere Erinnerung an den Arztbesuch lassen sich die einzelnen Positionen leichter nachvollziehen – und die Rechnungen werden meist auch zügiger beglichen.

Nach GOÄ und ärztlicher Berufsordnung sind Ärzte verpflichtet, selbst erbrachte Leistungen auch selbst abzurechnen. Ärzte, welche zum Beispiel eine Fremdleistung bei Fachkollegen aus Labor oder Pathologie beauftragt haben, müssen ihre Patienten zuvor darüber informieren, dass die entsprechenden Rechnungen separat bei ihnen eingehen. Erstens liquidieren diese Fachärzte in der Regel besonders schnell. Zweitens sind viele Patienten daran gewöhnt, eine Gesamtrechnung inklusive der bereits ausgelegten Kosten für Medikamente oder anderes Verbrauchsmaterial bei ihrer PKV beziehungsweise bei der Beihilfestelle einzureichen.

Effiziente Prozesse durch moderne Praxissoftware

Auch die Abrechnungen für Dauerpatienten braucht man nicht mehr bis zum Quartalsende liegen zu lassen. Abgeschlossene Behandlungsabschnitte, aktuelle Diagnostiken oder regelmäßige Therapien können unkompliziert und sofort unter Hinweis auf den „Behandlungsfall nach GOÄ“ (a. a. O. ausführlich behandelt) liquidiert werden.

Hingegen lohnt es sich nicht in allen Fällen, streng nach dem Kalendermonat vorzugehen. Manche zum Teil veraltete Praxis-Programme generieren Rechnungen automatisch zum Monatsende – selbst über Kleinstbeträge. Doch einzelne Honorarabrechnungen nach Ziffer 2 über 3,15 Euro sind nicht wirtschaftlich: Schließlich fallen pro Versand 70 Cent Porto an und jeder einzelne Zahlungseingang muss vom Praxispersonal überwacht werden.

Mit moderner Praxissoftware lassen sich derartige Leistungen leichter selektieren und Mindestbeträge festlegen, unter welchen erst gar keine Rechnung generiert wird. Die Leistungen bleiben dennoch im System – so lange, bis sich die Praxis entschließt, eine Liquidation auszulösen.

Richtiger Umgang mit Mahnungen

Leider rankt sich um den Umgang mit schlechter Zahlungsmoral immer noch der hartnäckige Mythos, eine mündliche Erinnerung schütze vor der Verjährung – ein fataler Irrglaube. Deshalb gilt: Zahlt ein Patient nicht, sollten Ärzte sofort schriftlich mahnen. Eine gültige Mahnung enthält das Rechnungsdatum, den offenen Betrag sowie die Aufforderung, bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu bezahlen. Auch die sogenannten Verzugskosten sollten dem Patienten in Rechnung gestellt werden. Dazu gehören Mahngebühren, Portokosten, Zinsen und – im schlimmsten Fall – entstandene Rechtsanwalts- und Gerichtskosten. Ebenfalls sollte eine Kopie der Mahnung sorgfältig abgeheftet werden.

Die Erfahrung zeigt: Ärzte, die freundlich, aber konsequent erinnern, erhalten in der Regel ihre Honorare auch pünktlich oder zumindest mit einer nur kleinen Zeitverzögerung. Reagiert der Patient dennoch nicht auf mehrfache Mahnungen, empfiehlt es sich, für den Einzug der Forderung professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen – zum Beispiel von der Ärztlichen Verrechnungsstelle Büdingen Med.

Dieter Jentzsch
Leiter Seminarmanagement + Referent
Büdingen Akademie
Ärztliche Verrechnungsstelle Büdingen GmbH
Telefon: +49 6042 882-332
info(at)buedingen-akademie.de