Manns: Tagung dient der Fortbildung

Manns: Tagung dient der Fortbildung
Kongresspräsident Prof. Dr. Michael P. Manns

Zum Auftakt des Kongresses hielt der DGIM-Vorsitzende und Kongresspräsident Prof. Dr. Michael P. Manns ein engagiertes Plädoyer für die Bedeutung des Kongresses innerhalb des Fortbildungsauftrags der DGIM.

„Nur hier gibt es die für unser Fach notwendige breite Ausbildung“, unterstrich Manns. In der internistischen Ausbildung sei der dreijährige Common trunk vorgesehen, den jeder Mediziner vor seiner Spezialisierung durchlaufe. „Das erklärt auch, warum wir hier fast 50 Prozent der Teilnehmer Assistenzärzte sind.“ Die übrigen Teilnehmer, die aus den einzelnen Fachgruppen stammen, holten sich in Wiesbaden ihre Kenntnisse über die angrenzenden internistischen Bereiche. Manns: „Unser Kongress ist ein Fortbildungskongress, den die Kolleginnen und Kollegen brauchen.“

Das von ich kreierte Kongressmotto „Forschung wird zu Medizin“ habe seine Bedeutung vor allem dadurch gewonnen, dass Forschung und Patientenbetreuung viel zu oft getrennt wahrgenommen würden.  Manns: „Wir müssen uns aber auch fragen: Wer sind die Personen in der Forschung? Wer finanziert sie? Und wer bezahlt die Forschung?“  Daher sei es auch ein Hauptbestandteil dieses Kongresses, auf neue Medikamente hinzuweisen, mit denen sich die Internisten künftig beschäftigen müssten. Diese seien für viele Indikationen vorgesehen; der Kongress werde dazu die notwendigen Informationen liefern.

Fach durchläuft Veränderungsprozess

Manns erwähnte zudem, dass das Fach gerade in einem Veränderungsprozess sei: Man denke nicht mehr in Organeinheiten, nun sei das generelle Verständnis von pathologischen Prozessen im Fokus, die unabhängig von den Organen  zu erforschen seien. Viel Hoffnung wecke zudem die Personalisierung der Medizin, die gerade insbesondere in der Krebstherapie deutliche Entwicklungen nehme.  Abgestimmte Therapien in den Patienten zu bringen, scheine derzeit ein vielversprechender Weg.

Als einen regelrechten „Siegeszug“ bezeichnete Manns den nichtoperativen Klappenersatz in der Kardiologie. Damit könne zwar einer neuen Patientengruppe eine Perspektive angeboten werden; dies bedeute aber auch, dass damit ein neuer Kostenbereich entstehe. „Auch das müssen wir hier und in der Gesellschaft diskutieren“, fügte Manns an.

Viele Kongressbesucher aus Partnerland Österreich

Stolz ist Manns, dass rund zehn Prozent der Kongressteilnehmer aus Österreich kommen: „Es ist in diesem Jahr unser Partnerland, und ich muss sagen, unsere Beziehungen zu den Kollegen aus dem Nachbarland sind hervorragend.“

Manns mahnte aber auch, sich künftig mit Blick auf die Forschungsförderung verstärkt auf EU-Mittel zu konzentrieren: „Immer mehr Forschungsgelder werden EU-weit vergeben. Und da sind wir in Deutschland bei weitem noch nicht so erfolgreich wie andere Länder.“ Dies liege sicher auch daran, dass man im Vergleich mit anderen Ländern in Deutschland immer noch relativ leicht Forschungsgelder bekommen könne. Manns: „Aber das muss sich ändern. Die anderen sind hier besser aufgestellt.“