123. Jahrestagung in Mannheim erfolgreich beendet

Internisten diskutieren Ökonomisierung der Medizin

Internisten diskutieren Ökonomisierung der Medizin
Der neue DGIM-Vorsitzende Prof. Cornel C. Sieber
Reinhart

Der 123. Internistenkongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM) ging am 02. Mai 2017 nach vier Tagen mir rund 8000 Teilnehmern in Mannheim zu Ende. Zu den Hauptthemen machte die DGIM-Vorsitzende Prof. Dr. Petra-Maria Schumm-Draeger die Ökonomisierung der Medizin, aber auch aktuelle Entwicklungen in der Diabetologie und Gendermedizin.

In mehr als 250 Sitzungen sowie 1236 Vorträgen informierten fast 1200 Experten über neue Erkenntnisse der Inneren Medizin und ihrer Schwerpunkte. Mit dem Kongress endet der Vorsitz der Münchner DGIM-Präsidentin.

Als größte internistische Fachgesellschaft in Europa erfüllt die DGIM mit ihrem Kongress zentrale Aufgaben: Für hochkarätige ärztliche Fortbildungen zu sorgen und den ärztlichen Nachwuchs für die Innere Medizin zu gewinnen. Mit seinem Leitthema "Versorgung der Zukunft: Patientenorientiert, integriert und ökonomisch zugleich" nahm die Kongresspräsidentin ein weiteres grundsätzliches Anliegen der DGIM auf: "Wenn die Indikationsstellung für Diagnostik und Therapie aus ökonomischen Gründen optimiert wird, leidet zunächst das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient in unkorrigierbarer Art und im schlimmsten Fall kann die Ökonomisierung zur Fehldiagnose und Fehlbehandlung führen, die den Patienten nur schädigt", betonte Professor Schumm-Draeger, Direktorin des Zentrum / Innere Medizin/ Fünf Höfe in München, im Rahmen des Kongresses. Es sei derzeit und künftig die entscheidende Aufgabe der  Ärzteschaft, die Medizin gegen wirtschaftliche Bestrebungen zu verteidigen. Die Ökonomisierung der Medizin war auch Gegenstand der Plenarvorträge und des Festvortrags auf dem 123. Internistenkongress. Kardinal Karl Lehmann beleuchtete die Thematik aus ethischer Sicht. Den medizinischen Fokus steuerte Professor Dr. Med. Edouard Battegay, Direktor der Klinik und der Poliklinik für Innere Medizin der Universität in Zürich, Zentrum für Gerontologie, bei. Einen weiteren Plenarvortrag gestaltet Professor Dr. med. Peter P. Pramstaller. Der Neurologe am Zentralkrankenhaus Bozen und Gründungsdirektor des Zentrums für Biomedizin der Europäischen Akademie Bozen sprach über Menschlichkeit, Qualität und ökonomisches Denken in der Medizin.

Ein weiterer Schwerpunkt des Kongresses lag auf der interdisziplinären Medizin. Die immer älter werdende Gesellschaft bringt eine Vielzahl an multimorbiden, also an verschiedenen Erkrankungen leidenden, Patienten hervor. „ Diesem Patienten können wir nur über die interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb der Schwerpunkte der Inneren Medizin und darüber hinaus gerecht werden“, betonte Schlumm-Draeger. Beispielhaft führte die Endokrinologin und Diabetologin ihren eigenen Fachbereich an. Die Behandlung von Diabetes-Patienten benötige den Einsatz verschiedener Fachdisziplinen, von der Allgemeinmedizin über die Endokrinologie und Diabetologie bis hin zur Ernährungswissenschaft, Chirurgie und psychologischen Begleitung.

Große Bedeutung maß die DGIM-Vorsitzende auch der internationalen Zusammenarbeit der Ärzte innerhalb Europas bei. Die European Federation of Internal Medicine (EFIM) gestaltete ein Symposium auf dem Kongress. „Ich freue mich, dass wir diese Zusammenarbeit auch in 2018 fortsetzen können“,  sagte Professor Schumm-Draeger. Im kommenden Jahr tagt die EFIM in Wiesbaden, Professor Schumm-Draeger wird die Kongresspräsidentschaft übernehmen.

Mit mehr als 25 000 Mitgliedern ist die DGIM die größte medizinische Fachgesellschaft in Deutschland und Europa. Ihr Kongress endet mit dem Wechsel der Präsidentschaft. Für das Jahr 2017/2018 übernimmt Professor Dr. med. Corner Sieber, Chefarzt der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Geriatrie Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg und Inhaber des Lehrstuhls für Innere Medizin Geriatrie an der FAU Erlangen-Nürnberg, den Vorsitz der DGIM.