Deutscher Ärzte-Verlag

Expertensymposium: „Impfen – ein Leben lang!?“

Expertensymposium: „Impfen – ein Leben lang!?“
Teilnehmer des Expertensymposiums
(c) Frank Eidel (u.r.)

Der Deutsche Ärzte-Verlag veranstaltet während des DGIM-Kongresses erstmals das Expertensymposium „Impfen – ein Leben lang!?“ am 20. April von 12:30 Uhr bis 14 Uhr im Saal 15,  Congress Center Rosengarten.

Seit dem jüngsten Masernausbruch in Berlin, dessen Auswirkungen immer weitere Kreise im ganzen Land ziehen, ist eine erneut gesellschaftliche Debatte über Impfungen, Impflücken und eine mögliche Impfpflicht ausgebrochen. Dabei gerät gerne in Vergessenheit, dass durch konsequente Programme viele Infektionskrankheiten weltweit eingedämmt werden. Bei den Pocken gelang sogar eine vollständige Eradikation.

Schutzpotenzial einer Impfung überwiegt Risiken

„Der Erfolg des Impfens ist gleichzeitig auch einer seiner größten Gegner“, sagte Podiumsteilnehmer Dr. med. Jan Leidel, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (STIKO), im Vorfeld der Tagung. „In dem Maße, in dem gefährliche Krankheiten durch Impfungen zurückgedrängt werden, verlieren sie ihren Schrecken.“ Demgegenüber steige unverhältnismäßig stark die Sorge über unverhältnismäßig geringe oder selten auftretende Nebenwirkungen der Impfung.

Ein Luxus-Phänomen: Wer sein Leben von Seuchen bedroht sieht, erkennt, dass das Schutzpotential von Vakzinierungen die Risiken bei Weitem überwiegt. In einem Land jedoch, wo niemand mehr an Pocken stirbt oder Kinderlähmung bekommt, weil Impfungen diesen Erregern den Garaus gemacht haben, verschiebt sich die Wahrnehmung. Plötzlich entsteht der Eindruck, man habe die Wahl. Dabei gedeiht dieses Gefühl nur dank des „Schutzschirms“, den die geimpfte Mehrheit der Bevölkerung auch über dem Abweichler „aufspannt“. Meist ist das Infektionsrisiko nur wegen der Herdimmunität gering.

In der Öffentlichkeit sehen sich Impfexperten in der Berichterstattung immer wieder auf eine fachliche Ebene mit Laien und Skeptikern gestellt. Meinungen werden als Fakten dargestellt und umgekehrt. Eine ausgewählte Runde mit Experten aus unterschiedlichen Bereichen der Gesundheitsversorgung und -vorsorge nimmt auf dem Internistenkongress zu dieser Problematik Stellung. Aber auch in Fachkreisen gibt es Kontroversen: Zum Beispiel ob eine Impfpflicht das richtige Mittel wäre, um die Impfbeteiligung in der Bevölkerung zu erhöhen – oder ob ein solcher Zwang sogar kontraproduktiv sein könnte.

Große Impflücken in der Bevölkerung

Fakt ist jedenfalls: Es gibt zu große Impflücken in der Bevölkerung – sogar in den Reihen des medizinischen Personals. Was der Grund dafür ist, bleibt zu klären. Wie diese Lücken am besten geschlossen werden, auch. Eine Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), deren Leiterin Dr. med. Heidrun Thaiss am Podium teilnehmen wird, hatte gezeigt, dass sich rund ein Viertel der Beschäftigten im Gesundheitswesen nicht gut über Impfungen informiert fühlte.

Dabei nimmt insbesondere dieser Personenkreis, der sowohl über Fachkenntnisse verfügt, als auch den täglichen Umgang mit Patienten pflegt, eine besondere Rolle in der Kommunikation ein. Internisten und Allgemeinmediziner sind mit insgesamt 83 Prozent laut BZgA-Befragung die Hauptansprechpartner für Impffragen. Trotzdem scheint es an dieser Schnittstelle Defizite zu geben. Einige Patienten fühlen sich mit ihren Bedenken bezüglich Impfungen nicht ernst genommen. Andere, so zeigte die Befragung der BZgA, würden sich sofort immunisieren lassen – sie seien nur bisher nicht darauf angesprochen worden.

Der Deutsche Ärzte-Verlag lädt Sie herzlich ein, im Rahmen des 121. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin das Thema „Impfen“ mit Kollegen und hochkarätigen Podiumsteilnehmern von allen Seiten zu beleuchten. Dabei wird Wert auf einen lebendigen Austausch gelegt, der durch aktive Meinungsabfragen bewusst gefördert wird.

Infos zum Expertensymposium