MRT in der Rheumatologie

Frühdiagnose der rheumatoiden Arthritis

Frühdiagnose der rheumatoiden Arthritis
Professor Dr. med. Benedikt Ostendorf © privat

Die frühe und gezielte Therapie bei Rheumatoide Arthritis sind von immenser Bedeutung. Die Magnetresonanztomografie (MRT) kann Strukturschäden und entzündliche Veränderungen bereits früh im Krankheitsverlauf erfassen.

Mit bundesweit über 800.000 Erkrankten ist die Rheumatoide Arthritis (RA) die häufigste entzündliche Gelenkerkrankung. Über den Stellenwert der MRT bei der Früherkennung und Therapie der Erkrankung berichtete Professor Dr. med. Benedikt Ostendorf, Oberarzt und Leiter der Arbeitsgruppe „Bildgebung in der Rheumatologie“ der Poliklinik für Rheumatologie am Universitätsklinikum Düsseldorf, auf der MEDICA EDUCATION CONFERENCE.

Neue bildgebende Verfahren wie der hochauflösende Ultraschall (US) und die Magnetresonanztomografie (MRT) können Strukturschäden und entzündliche Veränderungen bereits früh im Krankheitsverlauf erfassen, zu einem Zeitpunkt, wo das konventionelle Röntgenbild noch unauffällig ist.

Therapieansprechen kann sicher erfasst werden

Inzwischen existieren für rheumatologische Fragestellungen standardisierte Untersuchungsprotokolle, welche in der Frühdiagnostik als auch der Verlaufskontrolle eingesetzt werden, beziehungsweise, um Befunde unter gleichen Bedingungen abzubilden und vergleichen zu können. Auch können MRT-Befunde semiquantitativ gescored werden, wodurch ein Therapieansprechen oder -nichtansprechen im Krankheitsverlauf sicher erfasst
werden können, sei es in der klinischen Praxis oder bei Therapiestudien.

Technische Weiterentwicklungen der MRT (zum Beispiel Niederfeld-MRT) haben inzwischen zu einer breiteren Anwendung der MRT und neuen Indikationen in Klinik und Praxis geführt. Durch kürzere Untersuchungszeiten gelingt es heutzutage auf der anderen Seite, auch immer größere Areale bis hin zum ganzen Körper in einer Sitzung zu untersuchen.

Für die MRT stehen außerdem immer neue Sequenzen zur Verfügung, welche auf molekularer Ebene funktionelle Parameter darstellen können. Als Beispiel ist hierfür ist die dGEMRIC-Technik zu nennen, welche sehr genau die Knorpelqualität beurteilen kann.

Wasserstoffkerne im Fokus der Forschung

In der MRT-Forschung stehen in den letzten Jahren auch zunehmend neben den Wasserstoffkernen andere Atomkerne in den Mittelpunkt. Insbesondere in der muskuloskelettalen Bildgebung scheint die Anregung von
Natrium-Kernen ein neues interessantes Target zu werden.

In der Rheumatologie ergeben sich viele Indikationen für die Nutzung der MRT. "Auch wenn der Zugang zu dieser Untersuchung noch begrenzt ist, überwiegen bei Anwendung dieser Technik die enormen Vorteile wie Strahlungsfreiheit, hohe Ortsauflösung und hohe Sensitivität für die Detektion von Entzündungen und Knochenschäden", sagte Prof. Ostendorf.