Fölsch fordert dritte Säule für die Finanzierung

Fölsch fordert dritte Säule für die Finanzierung
Prof. Dr. Ulrich R. Fölsch

Ein jährliches Millionendefizit produzieren die Unikliniken in Deutschland. Und ein Ende dieses Trends ist nicht in Sicht. Daher fordert die Hochschulmedizin - abweichend vom Koalitionsvertrag - eine dritte Finanzierungssäule.

Dieser „Systemzuschlag“, so erklärte Prof. Dr. Ulrich R. Fölsch heute in Wiesbaden, sei  unabdingbar, um die originären Aufgaben der Hochschulkliniken zu sichern. „Solche Sonderfinanzierungen sind international üblich, man findet sie u.a. in Österreich, den  Niederlanden, in England und den USA“, sagte der Generalsekretär der DGIM.

Gründe für die defizitäre Entwicklung seien zum einen die Einführung der DRG. Hier habe man in Deutschland mal wieder „ganze Arbeit“ geleistet und ein Modell, das in Australien für einige Krankheitsbilder entwickelt wurde, gleich für alle Krankheitsbilder übertragen und angewendet. Zum anderen müsse klar betont werden, dass Sonderfälle – hier erinnerte Fölsch an die EHEC-Epidemie – sich nicht in DRGs abbilden ließen und daher zwangsläufig zu einer finanziellen Unterversorgung führen. 

Rolle der Hochschulambulanzen

Eine weitere Ursache für diese Entwicklung sieht Fölsch in der Rolle der Hochschulambulanzen. Hierhin würden vor allem schwierige und teure Patienten überwiesen: Diese Rechnung könne nicht aufgehen. Diese weitere Finanzierungsäule sollte laut Fölsch zudem unabhängig sein vom Einfluss der Kassen. Derzeit drohe zudem eine qualitative Fehlentwicklung: „Die Universitätskliniken vernachlässigen ihre Aufgabe der Fortbildung, weil sie durch die Versorgung mehr als ausgelastet sind. Die Idee, die Universitätskliniken komplett aus den DRGs rauszunehmen, hält Fölsch für unrealistisch „Das ist nicht durchführbar.“

Unterstützt wird Fölsch durch den Kongresspräsidenten Prof. Dr. Michael P. Manns: „Es müssen zudem die Gehaltskostensteigerungen aufgefangen werden. Es kann nicht sein, dass diese Mehrkosten aus dem das Budget getragen werden müssen. Und: Wir brauchen dringend eine Lösung für die Extremkostenfälle.“