Einzige Chance für Betroffene

Einzige Chance für Betroffene
Prof. Dr. Christian P. Strassburg

Sie ist ersatzlos: Wenn die Leberfunktion ausfällt, bleibt dem Patienten als einzige perspektivische Überlebens-Chance die Transplantation. Und damit gehören die Leber-Patienten zu den ersten Leidtragenden der sich abschwächenden Spenderzahlen, weiß Prof. Dr. Christian P. Strassburg.

„Wir müssen das Vertrauen in die Transplantationsmedizin zurück gewinnen“, sagt der Bonner Experte und wirbt nicht nur für transparente Verfahren bei der Vergabe von Organen, sondern auch dafür, diese Transparenz aktiv ins öffentliche Bewusstsein zu befördern. Dazu gehöre es, die inzwischen überarbeiteten Allokationsverfahren und die im vergangenen Jahr präzisierten Lebertransplantationskonferenzen bekannter zu machen und somit das ramponierte Image der Transplantationsverfahren aufzubessern. Nur so sei der Vertrauensverlust aufzufangen.

Effektivste Therapiemodalität

Zudem müsse bekannter werden, dass die Lebertransplantation die bei weitem effektivste Therapiemodalität des hepatozellulären Karzinoms ist.

Mehr noch als bei anderen Transplantationsorganen spielt bei der Leber die Frage der Gerechtigkeit der Allokationsregeln eine große Rolle. Die Frage der Einschränkung der Aufnahme in Wartelisten bei Leberzirrhose und die daraus resultierende gesellschaftliche Diskussion müsse vorangebracht werden, meint Strassburg. Auch diese Diskussion werde zu positiven Veränderungen der Strukturen und Abläufe führen.

Ein weiterer Schritt in diese Richtung sei die Etablierung eines Transplantationsregisters. Dieses werde gebraucht für einen objektiv besseren Ressourceneinsatz und eine Validierung der Prozesse.