Durch Impfung Masern-Ansteckung verhindern

Durch Impfung Masern-Ansteckung verhindern
Impfung (c) Andreas Morlok / Pixelio

2013 traten in Deutschland so viele Fälle von Masern auf, wie seit sieben Jahren nicht. 1721 wurden gemeldet. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) hält es deshalb für notwendig, dass Ärzte und Pflegepersonal über einen nachgewiesenen Impfschutz verfügen.

Die Mediziner hatten dies bereits 2006 in einer Entschließung des 109. Deutschen Ärztetages gefordert. Auch Ärzte müssen sich in Deutschland nicht impfen lassen. Aus Sicht der DGIM sind sie allerdings ethisch zu einer Impfung verpflichtet, vor allem wenn sie chronisch kranke und abwehrgeschwächte Patienten behandeln.

Professor Ulrich R. Fölsch, Generalsekretär der DGIM aus Kiel: „Es ist nicht akzeptabel, schwerwiegende Komplikationen oder Todesfälle durch nosokomiale Maserninfektionen zu tolerieren, wenn ein sicherer und effektiver Impfstoff verfügbar ist, der dies verhindern kann.“

Hautausschlag, Fieber und ein erheblich geschwächter Allgemeinzustand sind Zeichen von Masern. In der Regel suchen Eltern mit ihrem erkrankten Kind dann ärztliche Hilfe. In Praxis oder Notaufnahme stecken die Patienten nicht selten andere Kinder an, aber auch das ärztliche Personal infiziert sich.

Jeder Arzt sollte sich durch Impfung schützen

„Masern ist eine der ansteckendsten Erkrankungen und das berufliche Infektionsrisiko von medizinischem Personal ist bis zu 19-mal so hoch wie das Infektionsrisiko der Normalbevölkerung“, erläutert Professor Ulrich R. Fölsch, Generalsekretär der DGIM aus Kiel: „Jeder Arzt sollte sich deshalb auch im eigenen Interesse durch eine Impfung schützen.“

Doch dies ist häufig nicht der Fall. Eine Untersuchung unter Frankfurter Medizinstudenten aus dem Jahr 2010 ergab, dass jeder vierte Student kurz vor dem ersten Patientenkontakt keine hinreichende Masernimmunität besaß.

Bei einem Kontakt mit einem an Masern erkrankten Kind wäre eine Ansteckung sehr wahrscheinlich, sagt Professor Fölsch. Zudem sei zu befürchten, dass eine Masernerkrankung eines Kindes nicht immer gleich erkannt werde. „Gerade  junge Mediziner kennen die Erkrankung oft nur aus dem Lehrbuch und können Hautausschlag und andere Anzeichen nicht passend zuordnen“, sagt Fölsch.

Zahlreiche nosokomiale Infektionen weltweit

Wenn Ärzte erkranken, können sie schnell Patienten anstecken. Für derartige „nosokomiale“, also im Krankenhaus erzeugte Masern-Ausbrüche, gab es in den letzten Jahren weltweit zahlreiche Beispiele. Zuletzt hatte vermutlich ein Arzt der Berliner Charité einen Säugling mit Masern infiziert.

Während der 1970er-Jahre gab es in Deutschland regelmäßig Ausbrüche von Masern. Die meisten Kinder erkrankten damals. Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut geht deshalb davon aus, dass vor 1970 geborene Menschen mit 95%-iger Sicherheit gegen Masern immun sind. „Der Fall zeigt jedoch, dass Ausnahmen die Regel bestätigen“, meint Professor Fölsch.

Bei Ärzten, die Kontakt zu Kindern haben, insbesondere abwehrgeschwächten, sollte der Impfstatus deshalb vorsichtshalber serologisch bestätigt werden, regt der Generalsekretär der DGIM an. Diese Prüfung erfolgt durch den Nachweis von Antikörpern gegen das Masernvirus in einer Blutprobe.