Die Krankheitslast bei Kindern und indirekt auch bei Erwachsenen senken

Jeder zweite schwere Influenzafall betrifft ein primär gesundes Kind – so das Ergebnis einer Untersuchung der Erhebungseinheit für seltene pädiatrische Erkrankungen in Deutschland (ESPED)(1). Die Belastung der Kinder ist hoch, zumal gravierende Komplikationen wie eine Pneumonie und/oder eine Otitis media drohen. „Die Influenza ist der häufigste Grund für eine Klinikeinweisung bei Kindern unter fünf Jahren“, berichtete Professor Dr. Peter Wutzler, Jena (2).

Dennoch empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut die Grippe-Schutzimpfung bislang nur für Personen über 60 Jahre sowie Risikogruppen wie medizinisches Personal, chronisch Kranke, Schwangere und Kinder mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens. „Doch auch Kinder ohne Vorerkrankungen können als Folge der Grippe schwere Komplikationen entwickeln“, betonte Dr. Franziska Schaaff, Ecken-tal, und forderte ebenso wie ihre Kollegen eine Ausweitung der Impfempfehlung auch auf primär gesunde Kinder. Damit ließe sich nach Erhebungen in anderen Nationen, in denen eine solche Maßnahme realisiert wurde, auch die Morbidität bei Erwachsenen senken: „Denn Kinder verbreiten infolge ihrer sozialen Kontakte in Kindergärten, Schulen und den Familien die Grippeviren besonders stark“, so Wutzler.

Auch er sprach sich deshalb für eine generelle Impfempfehlung bei Kindern aus, wie sie von der Sächsischen Impfkommission (SIKO) bereits seit 2010 ausgesprochen wird. Besonders geeignet zur Impfung von Kindern ist nach Wutzler ein nasal zu applizierender neuer Lebendimpfstoff (LAIV, intranasale lebend-attenuierte Influenza-Vakzine), und das nicht nur wegen der bei Kindern günstigen nasalen Applikation, sondern auch aufgrund der dokumentierten besonders guten Wirksamkeit der Vakzine im Kindesalter.

Der Impfstoff verhindert nach Wutzler in einem hohen Prozentsatz die Entwicklung einer Otitis media bei den Kindern, schützt auch vor Driftvarianten der Influenza-A-Viren und wird von der STIKO für die Indikationsimpfung von Kindern im Alter von zwei bis fünf Jahren empfohlen. Eine bundesweite Ausweitung der Impfempfehlung auf die generelle Impfung von Kindern ist aus Sicht des Mediziners dringend wünschenswert, um die Morbidität der Kinder, aber auch der Erwachsenen nachhaltig zu senken. Bislang gibt es in dieser Hinsicht nur regionale Einzellösungen wie etwa in Sachsen und in Niedersachsen, wo die Ärztekammer seit April 2013 die Grippe-Schutzimpfung für Kindern propagiert.

1    Streng A et al. BMC Infect Dis 2011; 11: 233
2    Quach C et al. Pediatrics 2003; 112: e197–201


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