MEDICA EDUCATION CONFERENCE 2015

Aus 3D wird 4D

Aus 3D wird 4D
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Mit nicht invasiven, bildgebenden Verfahren kann man schon lange  dreidimensionale Bilder darstellen; mittlerweile hat aber sowohl im CT als auch in der MRT die „vierte Dimension“ in Form dynamischer 3-D/4-D-CT/MRT-Datensätze Einzug erhalten. 

Professor Dr. Matthias Gutberlet erklärte auf der MEDICA EDUCATION CONFERENCE warum an die kardiale Bildgebung besondere Anforderungen gestellt werden. Neben der Basisdiagnostik mithilfe der Echokardiografie, nehmen die Schnittbildverfahren Computertomografie (CT) und die Magnetresonanztomografie (MRT) einen immer größeren Stellenwert ein, da durch diese Methoden komplexe, minimalinvasive Operationen präzise geplant werden können.

„Aufgrund des sich schnell bewegenden Organs werden allerdings an die kardiale Bildgebung auch besondere Anforderungen an Schnelligkeit und räumliche Auflösung gestellt“, so Gutberlet, Leiter der Abteilung für Diagnostische und Interventionelle Radiologie an der Universität Leipzig.

„Vierte Dimension“ hat Einzug erhalten

Mit nicht invasiven, bildgebenden Verfahren kann man schon lange dreidimensionale Bilder darstellen; mittlerweile hat aber sowohl im CT als auch in der MRT die „vierte Dimension“ in Form dynamischer 3-D/4-D-CT/MRT-Datensätze Einzug gehalten. Diese Verfahren werden zum Beispiel zur exakten Beurteilung der Herzdurchblutung eingesetzt oder auch zur genaueren Vorhersage, wo gefährliche Gefäßerweiterungen entstehen können.

Prof. Gutberlet: „Die neuen Dimensionen der kardialen Bildgebung beziehen sich aber auch auf die immer genauere Charakterisierung von Herzgewebe auf entzündliche, narbige oder fibrotische Veränderungen, die Ausdruck unterschiedlichster Herzerkrankungen sein können.“

Die Methoden werden mittlerweile auch schon auf breiter Basis in der Patientenversorgung, insbesondere in Deutschland, angewendet. Dies zeigen die ersten Ergebnisse des European MR/CT-Registry der European Society of Cardiac Radiology (ESCR). Seit 2012 wurden hier mehr als 92 000 kardiale CT- und MRT-Untersuchungen von 641 Ärzten aus 22 Ländern dokumentiert.