Auf in eine goldene Zukunft

Auf in eine goldene Zukunft
Dr. Martina Wenker

Beim Festabend am Sonntag stand das Thema Translationale Medizin im Mittelpunkt. Gemäß dem Kongressmoto „Forschung wird zu Medizin“, hob Kongresspräsident Univ.Prof. Michael P. Manns in seinem Vortrag die wichtige Rolle der Inneren Medizin in diesem Bereich hervor und forderte eine faire Finanzierung der Universitätsmedizin, um der Forschung einen angemessenen Spielraum zu geben.

„Alle sprechen von der Translationsforschung, die Internisten gewährleisten diese“, sagte Manns bei seiner Präsidentenrede am Sonntagabend im Friedrich von Thiersch-Saal des Kurhauses Wiesbaden. Die Wichtigkeit der Schnittstelle zwischen präklinischer Forschung und klinischer Entwicklung habe mittlerweile auch die Bundesregierung erkannt. Die Hochschulmedizin müsse in Zukunft viele Herausforderungen meistern, aber immerhin sei die Finanzierung der Universitätskliniken erstmals als Problem offiziell in den aktuellen Koalitionsvertrag aufgenommen worden – „das Problem ist dort zwar so unspezifisch wie möglich festgehalten, aber immerhin erstmals überhaupt vorhanden“, begrüßte Manns die Maßnahme als ersten Schritt in die richtige Richtung.

Die Bemühungen um internationale Forschungsgelder müssten intensiviert werden. „Der Kampf um Forschungsgelder findet zunehmend international statt, aber es ist bequemer, die Forschungstöpfe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zu nutzen“, sagte Manns. „In Deutschland gibt es viele große Forschungsprogramme, um die wir im Ausland beneidet werden, die Finanzierung muss in Zukunft aber auch ein  internationales Niveau erreichen“.

„Generation Y“ motivieren

Als ein weiteres Problem identifizierte Manns die sogenannte „Generation Y“. Die nachfolgende Arztgeneration müsse dazu motiviert werden, zu forschen. Momentan gestalte sich die Vereinbarung von Familie, Arbeit und Forschung jedoch schwierig. „Wir müssen die Attraktivität der Forschung klar heraus stellen. Dabei muss allen klar sein, dass man all dies nicht unbedingt in einer 38,5-Stunden-Woche schaffen kann.“

Bereits zuvor hatte Dr. Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen und Vizepräsidentin der Bundesärztekammer (BÄK) in ihrem Grußwort der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin für ihre engagierte Mitarbeit an der Gestaltung der Weiterbildung gedankt. „Die Ärztliche Weiterbildung ist schließlich das Fundamente für die Behandlungsqualität“, sagte Wenker. Sie appellierte an die Versammlung, sich gemeinsam entschieden gegen europäische Bemühungen zu wehren, durch Normierungen das Verhältnis zwischen Patient und Arzt zu gefährden.

Universitätsmedizin ist unverzichtbar

Auf die Finanzierungsfrage ging Doris Ahnen, Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz, ein. „Die Universitätsmedizin ist für den Gesundheitsbereich systemrelevant. Das muss sich auch finanziell niederschlagen. Deshalb werden im Koalitionsvertrag Verbesserungen in Aussicht gestellt.“ Sie nannte die Einführung eines Systemzuschlages als ein Modell, welches ­ - unter Berücksichtigung der Spezifika der Universitätsmedizin – Abhilfe schaffen könne. „Das Tagungsthema jedenfalls könnte nicht aktueller sein. Diese Diskussion wird uns sicherlich noch lange begleiten“, sagte Ahnen.

Als freudige Aufgabe bezeichnete Manns die Verleihung der Ehrenmitgliedschaften und Preise der DGIM. Als neue Ehrenmitglieder ernannte Manns Prof. Gustav Paumgarten aus Wien und Prof. Hans-Peter Schuster aus Hildesheim. Die Leopold-Lichtwitz-Medaille erhielt Prof. Karl Werdan. Prof. Raja Atreya wurde mit dem Theodor-Friedrichs-Preis ausgezeichnet. Den Präventionspreis erhielten PD Tobias Raupach und Dr. Christian Werner.