„5A“ für Akuttherapie von Rhythmusstörungen

„5A“ für Akuttherapie von Rhythmusstörungen

Prof. Trappe beschreibt Maßnahmen beim kardiogenen Schock. Beim Multiorganversagen (MOV) kommt es gleichzeitig oder sequenziell zum Versagen und zu schweren Funktionseinschränkungen von zwei oder mehreren vitalen Organsystemen.

Als synonym bezeichnet werden dabei MOFS (Multiple Organ Failure Syndrom), MODS (Multiple Organ Dysfunction Syndrom) und MSOF (Multiple System Organ Failure). Als Ursachen eines MOV kommen akute respiratorische Insuffizienz (akutes Versagen der Lunge), akutes Nierenversagen, akute gastrointestinale Blutungen, akute Pankreatitis, akute Gerinnungsstörungen, akute metabolische Entgleisung mit Koma in Betracht. 

Akutes Herzversagen

Von besonderer Bedeutung als akutes Multiorganversagen ist das akute Herzversagen mit Herz-Kreislauf-Stillstand. Unter den Ursachen des akuten Herzversagens spielen vor allem Herzrhythmusstörungen eine Rolle, die innerhalb weniger Minuten ohne adäquate Behandlung eines Patienten zum Tod führen können. Bradykarde (Herzfrequenz < 50/min) und tachykarde (Herzfrequenz > 100/min) Rhythmusstörungen erfordern rasche und gezielte therapeutische Maßnahmen. Supraventrikuläre Tachykardien (SVT) sind paroxysmale Tachykardien wie Sinustachykardien, atriale Tachykardien, AV-Knoten-Reentry-Tachykardien und Tachykardien durch akzessorische Leitungsbahnen, die besonders beim Auftreten von Vorhofflimmern mit schneller Kammerüberleitung fatal sein können (Abb.). 

Ventrikuläre Tachykardien haben in der Regel einen breiten QRS-Komplex (QRS-Breite 0,12 s), Kammerflattern und Kammerflimmern zeigen eine chaotische elektrische Erregung und führen ohne sofortige kardiopulmonale Reanimation/Defibrillation innerhalb von wenigen Minuten zum Tod. Für die Akuttherapie von Rhythmusstörungen wird das neue Konzept der „5A“ vorgestellt, das die Medikamente Adenosin, Adrenalin, Ajmalin, Amiodaron und Atropin umfasst (Abb. 2). 

Ergänzende „B-, C- und D-Strategien“ sind Betablocker, Cardioversion und Defibrillation. Das Konzept der „5A“ erlaubt eine sichere und effektive Therapie von BR, TR, SVT, VT, Klat, KF und Asystolie und mit der „B-, C- und D-Strategie“ zusammen lassen sich alle Notfallsituationen, die durch Arrhythmien bedingt sind, adäquat behandeln. 

Neben Herzrhythmusstörungen führen auch andere Krankheitsbilder zum kardiogenen Schock und zum dadurch bedingten Multiorganversagen, die ausführlich in der „S3-Leitlinie kardiogener Schock“ vorgestellt wurden.