Therapie psychischer Komorbidität bei KHK und Diabetes mellitus

Depressionen und Angststörungen sind bei KHK und teilweise bei Diabetes mellitus häufiger anzutreffen als in der Allgemeinbevölkerung. Sie beeinträchtigen die Lebensqualität – und auch die Prognose. Denn Patienten mit einer Angststörung trauen sich weniger zu, haben es schwerer mit dem Abnehmen oder mit dem Rauchen aufhören, erläutert Prof. Dr. Christian Albus in seinem Vortrag.

In der klinischen Routine werde nur etwa die Hälfte aller Patienten mit einer depressiven Störung tatsächlich entdeckt, betont Albus. Der Hintergrund: Patienten mit depressiven Störungen teilen spontan nicht mit, wie schlecht es ihnen geht. Sie sind es eher zurückgezogen. Eine bessere Diagnose bedarf daher eines genaueren Hinsehens seitens der Mediziner. Als Tools kommen dafür in Frage: Abfragen von psychischen Symptomen im Rahmen von klinischen Interviews oder ein standardisierter Fragebogen. Beispielsweise sind Fragen nach Niedergeschlagenheit und Freudlosigkeit ein Indikator. 


Als Basismaßnahme im Rahmen der Therapie empfiehlt Albus eine psychosomatische Grundversorgung und bei KHK gegebenenfalls eine multimodale Reha-Maßnahme. Psychotherapie und gegebenenfalls Medikamente sind bei der psychischen Komorbidität indiziert. Diese Formen der Behandlung sind wirksam und sicher in Bezug auf psychische Symptome, so Albus.  Aber die Effekte auf die somatischen Parameter und die Prognose sind weniger gut abgesichert.

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