SGLT2

Neue Medikamentengruppen bei kardiovaskulärem Syndrom – SGLT2-Inhibitoren

Kardiovaskuläre Endpunktstudien mit neuen oralen Antidiabetika: Aufgrund der Vorgaben der Zulassungsbehörden müssen sämtliche neuen Antidiabetika in kardiovaskulären Endpunktstudien untersucht werden. Diese sind primär auf Nicht-Unterlegenheit ausgelegt, so dass die Aussagekraft im Vergleich zu klassischen Endpunktstudien eingeschränkt ist.

Das Wirkprinzip der SGLT2-Inhibition: Durch Hemmung des Natrium-Glukose-Cotransporters, Typ 2 am Nierentubulus wird eine „therapeutische Glukosurie“, sowie eine substanzielle Natriurese induziert. Dieser Wirkmechanismus stellt eine völlig neue Wirkungsweise von oralen Antidiabetika dar, die erstmals komplett Insulin-unabhängig ist.

Klinische Effekte der SGLT2-Inhibition: Dieses Wirkprinzip ist charakterisiert durch eine erhöhte Glukoseexkretion, sowie eine erhöhte Natriurese. Dies führt sowohl zu einer Senkung der Serumglukose, des HbA1c, als auch zu einem Kalorienverlust über die Niere, sowie zu einer milden osmotischen Diurese. Klinisch manifestiert sich diese Wirkung durch eine zusätzliche Senkung des Körpergewichts, als auch des systolischen Blutdrucks.

Senkung der Mortalität durch Empagliflozin: In der EMPA-REG-OUTCOME Studie wurde der SGLT2-Inhibitor Empagliflozin im Hinblick auf kardiovaskuläre Endpunkte untersucht. Obwohl als Nicht-Unterlegenheitsstudie ausgelegt, konnte diese Studie überzeugend zeigen, dass Empagliflozin das kardiovaskuläre Risiko, die kardiovaskuläre Mortalität, und die Gesamtmortalität, sowie die Hospitalisierung für Herzinsuffizienz bei Typ 2-Diabetikern mit hohem kardiovaskulärem Risiko signifikant senkt. Diese Ergebnisse stellen einen Durchbruch in der antihyperglykämischen Therapie des Typ 2-Diabetes dar.

 

 

Zu diesem Thema sprach Prof. Dr. Jochen Seufert, Universitätsklinikum Freiburg, Klinik für Innere Medizin II.

 

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