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Stress und die ‚Brain-Gut‘-Mikrobiom-Achse

Grundlagen und neue Zusammenhänge zwischen Stress und Gastrointestinaltrakt präsentierte Prof. Dr. Peter Holzer vom Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie der Medizinischen Universität Graz. Es steht fest, dass Stress auf den Darm wirkt und dabei viele Funktionen verändert werden, wie die Mukosapermeabilität, das Immunsystem sowie sekretonische und motorische Vorgänge.

Neu wurde in den vergangen Jahren erforscht, dass es einen wichtigen Zusammenhang zwischen dem Darm-Mikrobiom, Stressreaktionen und Auswirkungen auf das Gehirn gibt. Im Tiermodell konnte nachgewiesen werden, dass es bei chronischem Stress zu einer deutlichen Änderung der Struktur bzw. der Zusammensetzung des Darm-Mikrobioms kommt.

Probiotikum normalisiert Stressantwort

Welche Auswirkungen hat das in funktioneller Hinsicht? Prof. Holzer stellt verschiedene experimentelle Ansätze vor, die diesen Zusammenhang prüfen. Eine Probiotika-Behandlung zeigt deutliche Effekte: Nach Behandlung durch ein Probiotikum wurde bei Mäusen die zuvor erhöhte Stressantwort wieder normalisiert. Die Erhöhung der Mukosapermeabilität konnte durch ein Probiotikum ebenfalls reduziert werden.

Prof. Holzer zeigt anhand einer weiteren Arbeit auf, welche Verhaltensänderungen bei Mäusen durch die Behandlung mit Lactobacillus rhamnosus erzielt werde konnten: Die Tiere wurden weniger ängstlich und stressresilienter.

Interview mit Prof. Holzer zum Thema Brain-Gut-Achse und Darm-Mikrobiom