Themenschwerpunkt Kardiologie: Mikrovaskuläre Angina pectoris

Im Praxisalltag nicht selten: Wenn trotz Ischämietest koronarangiografisch keine Stenosen der epikardialen Koronarien festgestellt wurden sowie Blutdruck und Herzfrequenz gut eingestellt sind, sollte an eine mikrovaskuläre Erkrankung gedacht werden. Insbesondere Frauen, Hypertoniker oder Patienten mit Diabetes mellitus sind häufiger von einer Dysfunktion der Mikrovaskulatur betroffen. Die zunehmende Bedeutung der mikrovaskulären Angina pectoris haben auch die aktuellen ESC-Guidelines anerkannt und entsprechende Hinweise in die aktuelle Version aufgenommen. Vor allem da Patienten ohne obstruktive koronare Herzerkrankung, aber mit rezidivierenden Myokardischämien ein erhöhtes Risiko aufweisen, ein kardiovaskuläres Ereignis zu erleiden. Dieser kardiologische Schwerpunkt bietet aktuelle Informationen zu mikrovaskulär bedingten Myokardischämien und ihren möglichen Therapieoptionen.

Angina pectoris: Auch ohne Stenose zielgerichtet therapieren

In den 2013 erschienenen ESC-Leitlinien [1] zur stabilen koronaren Herzkrankheit (KHK) werden die Ursachen der Angina pectoris und daraus folgende Konsequenzen neu bewertet. Welche Bedeutung in diesem Kontext Mikrozirkulationsstörungen zukommt und welche Auswirkungen dies auf das Management der chronisch-ischämischen Herzerkrankung hat, diskutierten Experten im Rahmen des DGIM-Kongresses 2015 im Symposium "Herausforderungen in der Behandlung der mikrovaskulären Angina pectoris". 

In dem Symposium beschäftige sich Prof. Dr. med. Rainer Hambrecht, Chefarzt der Klinik Kardiologie und Angiologie am Herzzentrum Bremen, Klinikum Links der Weser, mit der Frage „Was sagen die Leitlinien?“, PD Dr. med. Ralf Dechend, Internist an der Charité-Universitätsmedizin Berlin und am HELIOS Klinikum Berlin-Buch und tätig am Experimental and Clinical Research Center (Campus Buch), mit Aspekten der personalisierten Behandlung von Patienten mit myokardialer Ischämie und Dr. med. Meinhard Fliri, Facharzt für Innere Medizin/Kardiologie in Brixen/Italien, beleuchtete die Diagnostik der rezidivierenden myokardialen Ischämie bei der Small Vessel Disease (SVD).

Quellen

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2. D’Agostino RB et al. Circulation 2008; 117:743-753
3. Mozaffarian D et al.; Am Heart J 2003; 146: 1015-22
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5. www.ema.europa.eu/ema
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16. Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische KHK Version1, 3. Auflage Dezember 2014