Neues Buch über die Internisten in Diktatur und junger Demokratie

Die DGIM zwischen 1933 und 1970

Die DGIM zwischen 1933 und 1970
Die DGIM setzt die Auseinandersetzung mit ihrer Vergangenheit fort. Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft

Weitere Ergebnisse ihrer Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit stellte die DGIM in Mannheim vor. Drei Jahre nach Beginn der Aufarbeitung präsentierte Generalsekretär Prof. Dr. Ulrich K. Fölsch ein frisch erschienenes Buch.

Internisten in Diktatur und junger Demokratie. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin 1933–1970“ lautet der Titel des 471 Seiten umfassenden Buchs, mit dem die Internisten zusätzliche Ergebnisse ihrer Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit vorstellen. Fölsch hatte dies 2015 bereits angekündigt – mit dem Hinweis, man sei beschämt, 70 Jahre damit gewartet zu haben. 2011 hatte der DGIM-Vorstand eine generelle Aufarbeitung beschlossen.

„Es geht uns dabei nicht darum, einzelne Personen zu brandmarken oder pauschal zu verurteilen. Es ist vielmehr unsere Absicht, das auch bei uns nur verschwommen erhaltene Wissen schärfer zu konturieren“, erläuterte Fölsch die Intention der Fachgesellschaft. Es gehe darum, Transparenz darüber herzustellen, warum sich eine Fachgesellschaft wie die DGIM sehr weitgehend einem Unrechtsregime unterworfen hat – mit der Folge, dass etwa jüdischen Kolleginnen und Kollegen systematisch die Existenzgrundlage genommen wurde.

Autoren des Buchs sind die Historiker PD Dr. Ralf Forsbach und Prof. Dr. Hans-Georg Hofer, die mit Unterstützung der DGIM das Buch veröffentlichten.

Eine erste Konsequenz aus der Recherche der beiden war im Übrigen die Umbenennung der höchsten Auszeichnung der Fachgesellschaft: Sie trägt seitdem nicht mehr den Namen des ebenfalls in das NS-Regime verstrickten Gustav von Bergmann, sondern den des jüdischen Internisten Leopold Lichtwitz.